Kältehilfe

6. November 2018
  • Wohnungslosenhilfe
  • Rehabilitation

In Baden-Württemberg sind rund 23.000 Menschen wohnungslos. Einrichtungen der Diakonie registrieren einen wachsenden Hilfebedarf. Insbesondere in der kalten Jahreszeit. Auch in Lahr, im Café Löffel, einer Einrichtung mit Angeboten für Wohnungslose. Die Mitarbeitenden ermutigen Bürgerinnen und Bürger, Obdachlosen ihre Hilfe direkt anzubieten, oder bestehende Hilfsangebote zu unterstützen.

Wie helfe ich Obdachlosen?

Wohnungsloser Mann schläft auf Parkbank
© Fotolia/Srdjan

Wohnungsloser Mann schläft auf Parkbank

Kontakt:

Jeder Mensch sehnt sich nach persönlichem Kontakt. Was ein Mensch, der im Freien lebt, wirklich braucht, das kriegt man nur heraus, wenn man ihn fragt. Jeder Mensch ist unterschiedlich, hat seine eigene Geschichte. Zum Café Löffel kommen ehemalige Lehrer, Pressesprecher oder Stadträte. Aber auch Menschen mit geistigen Behinderungen. Natürlich kann es passieren, dass man auf Ablehnung stößt. Dennoch ist es immer den Versuch wert. Die meisten Betroffenen sind dankbar für Kontakt.  

Direkte Sachspenden:

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Café Löffel raten: Sprechen Sie den Betroffenen an. Fragen Sie ihn, wie es ihm geht und ob er etwas gebrauchen kann. Fragen Sie ruhig konkret nach Essen oder Trinken. Bieten Sie auch Erkältungsmedikamente an. Obdachlose Menschen werden in der kalten Jahreszeit genauso krank wie andere Menschen. Aber sie haben nicht das Geld, um sich Schnupfen-, Husten- oder Fiebermittel zu kaufen. Viele Obdachlose sind mit einem Hund unterwegs. Der ist sehr wichtig, da oft Partner und einziger Vertrauter. Obdachlose mit Hund freuen sich deshalb sehr über Hundefutter. Auch warme Kleidung ist willkommen und kann direkt angeboten werden.  

Geld:

Natürlich kann man auch Geld geben. Die Sorge ist berechtigt, dass das Geld anschließend versoffen wird. Viele der Obdachlosen sind alkoholabhängig. Wer Geld für Alkohol bekommt, der besorgt ihn sich wenigstens auf legalem Wege. Alkohol hilft beim Vergessen der eigenen Vergangenheit. Zum anderen empfinden die Menschen die Kälte nicht mehr als so schlimm, wenn sie etwas getrunken haben. Und: Wer Geld hat, der muss nicht in Mülleimern wühlen oder ausgedrückte Zigarettenkippen rauchen.  

Hilfe für Hilfseinrichtungen:

Wer nicht direkt auf Betroffene zugehen mag, der kann Einrichtungen der Obdachlosenhilfe unterstützen. Das funktioniert über eine Geldspenden oder über Sachmittel. Wichtig: Wer helfen möchte, soll sich vorher kurz vor Ort informieren, was gebraucht wird. Das hängt immer von der jeweiligen Einrichtung ab. Oft gibt es dort nur kleine Lagerräume. Auch wenn der Bedarf an warmer Kleidung groß ist: Manchmal ist kein Platz mehr für neue Kleiderspenden da. Neben Kleidung werden auch Bücher gebraucht. Wer Glück hatte, und gerade eine Wohnung bekommen hat, der braucht Haushaltsgegenstände: vom Geschirr über den Kochtopf bis zum Stuhl. Auch Matratzen oder Schränke.  

Ehrenamt:

Eine gute Möglichkeit, um Hilfseinrichtungen zu unterstützen, ist das Ehrenamt. Das Ehrenamt ist von unschätzbarer Bedeutung. Allein im Café Löffel werden täglich vier Ehrenamtliche gebraucht. Ohne sie laufe der Laden nicht. Die eigene Zeit ist deshalb ein wertvolles Gut, um die Obdachlosenhilfe zu unterstützen. Zum Café Löffel kommen Interessierte und bieten ihre Hilfe direkt an oder lassen sich dazu beraten.  

Kontaktvermittlung:

Für wen all diese Möglichkeiten nicht in Frage kommen, der kann auch zwischen Obdachlosen und Hilfsangeboten vermitteln. Viele Betroffene kennen die offiziellen Hilfsangebote nicht. Man kann also versuchen, Kontakt herzustellen, in dem man entweder die eine oder die andere Seite informiert.    

 

Angebote der Obdachlosenhilfe der Diakonie in Baden.

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Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V.

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