Rehabilitation

Wohnungslosenhilfe

Selbst Menschen, die noch über Erwerbseinkommen verfügen, finden kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Wohnungslosigkeit ist ein wichtiger Indikator für Armut. Wohnungslosigkeit ist aber auch Ergebnis vielfältiger Problemlagen und zieht weitere nach sich. Die Beratungsstellen der Diakonie in Baden helfen aus der Schuldenfalle, nehmen soziale und psychische Belastungen in den Blick, sind aber auch da für Menschen, die auf der Straße leben. Die Zusammenarbeit mit Jugendämtern, sozialpsychiatrischen Diensten und der Sucht- oder Schuldnerberatung schaffen ein tragfähiges Netz für viele Problemlagen betroffener Menschen.

Aktuelles

Fakten und Forderungen: "Armut"

Mit der Reihe "Fakten und Forderungen" lenkt die Diakonie Baden den Blick auf Entwicklungen und Veränderungen im sozialen Miteinander. Es geht um Missstände und deren Hintergründe, nicht um Schuldige.

  • Fakt

    Armut ist teuer

    Billige Kühlschränke brauchen viel Strom. Einfacher Wohnraum hat hohe Nebenkosten. Bankkonten werden teurer, je weniger Geld darauf eingeht. Wer arm ist, zahlt drauf wegen minderwertiger Produkte.

    Forderung

    Nachhaltigkeit berücksichtigen

    Folge- und Energiekosten von Haushalt und Unterkunft müssen vom Regelbedarf gedeckt werden. Wer arm ist, darf nicht doppelt gestraft werden.

  • Fakt

    Armut macht einsam

    Eine Teilnahme am kulturellen und öffentlichen Leben ist kaum möglich. Eltern und ihre Kinder sind benachteiligt und ausgegrenzt.

    Forderung

    Begegnungsräume öffnen

    Mehrgenerationenhäuser, Familien- und Jugendzentren sowie sozialraumorientierte Zentren bieten Raum für Begegnung. Ihre Finanzierung muss sichergestellt werden. Die Preisgestaltung von Kultur– und Bildungsangeboten muss Menschen mit geringem Einkommen berücksichtigen.

  • Fakt

    Armut macht immobil

    Wege zurücklegen kostet Geld und Zeit. Behörden und Ärzte sind nur mit finanziellem und organisatorischem Aufwand zu erreichen.

    Forderung

    Mobilität ermöglichen

    Sozialhilfe- und ALG-II-Empfänger und Empfängerinnen brauchen freie Fahrt in ihrer Kommune. Das öffentliche Verkehrssystem muss auch Außenwohngebiete erreichen und Menschen im ländlichen Raum unkomplizierte, planbare und günstige Mobilität ermöglichen.

  • Fakt

    Armut engt ein

    Wohnungssuche führt zur Verzweiflung angesichts des Angebots und der Kosten. Aufzug oder Barrierefreiheit sind Luxus. Ein Zuhause mit ausreichend Platz ist unerlässlich für Erholung, Beziehungspflege und Wohlbefinden.

    Forderung

    Lebensraum braucht Wohnraum

    Kommunen müssen für ausreichend adäquaten Wohnraum sorgen. Der soziale Wohnungsbau kann nicht allein durch die Privatwirtschaft geregelt werden.

  • Fakt

    Armut kommt plötzlich

    Arbeitslosigkeit, Trennung, Tod des Partners und Krankheit führen schnell in die Überschuldung. Kommen Nachforderungen, falsch berechnete Leistungen, Reparaturkosten, oder Zuzahlungen für Gesundheitsleistungen hinzu, rutschen die Betroffenen immer tiefer in die Schuldenfalle

    Forderung

    Schuldnerberatung für alle

    Kostenlose Schuldnerberatung muss für alle zugänglich sein. Die Arbeit der Sozialen Schuldnerberatung muss ausreichend finanziert, Präventionsangebote deutlich ausgebaut werden.

  • Fakt

    Armut frisst Zeit

    Behördengänge, Antragstellung und die Durchsetzung gesetzlicher Ansprüche kosten sehr viel Zeit. Zeit, die für Ausbildung, Arbeit, Familie und Teilhabe fehlt.

    Forderung

    Service statt Bürokratie

    Leistungen zur Existenzsicherung müssen zusammengefasst und alle Antragsstellungen bei einer Stelle erfolgen.

  • Fakt

    Armut macht krank

    Der tägliche Kampf um die Sicherung der eigenen Existenz kostet Kraft, die an anderen Stellen fehlt. Das belastet die Gesundheit. Geduld und Zuwendung werden zur Mangelware, die den Umgang mit Anderen und sich selbst erschwert.

    Forderung

    Prävention stärken

    Prävention und gesundheitsfördernde Angebote müssen Bestandteil des Förderns der Jobcenter werden. Begegnungszentren, in denen soziale Beratung und Angebote zur Freizeitgestaltung stattfinden, sollen Teilhabe ermöglichen. Sie müssen entsprechend finanziert werden.

  • Fakt

    Armut stigmatisiert

    Auf gesellschaftliche Anerkennung müssen Arme weitgehend verzichten. Nachteile in der Schule und geringere Chancen in Ausbildung und Beruf sind Folge von Vorurteilen gegenüber armen Menschen.

    Forderung

    Anerkennung durch Wissen

    Aufklärungsarbeit über die Entstehung von Armut und die Lebensbedingungen, die damit einhergehen, gehören in die Lehrpläne aller Schulen Das verhindert frühzeitig Diskriminierung. Lehrmittelfreiheit muss für alle Unterrichtsmaterialien gelten.

  • Fakt

    Armut braucht Mut

    Armut vor Dritten preiszugeben kostet viel Überwindung. Das System der Antragstellung auf Zuschüsse allerorten macht zum Bittsteller, dem mit Misstrauen begegnet wird.

    Forderung

    Jeden respektieren

    Bei aller notwendigen Verwaltung müssen die Unterstützung und das Vertrauen im Vordergrund stehen. Hilfsbedürftige Menschen brauchen Zeit.

© Diakonie Baden

Ekkehard Janson

Abteilungsleitung Rehabilitation, Referat Psychiatrie

0721 9349-224

janson[at]diakonie-baden.de