Flucht und Migration

Baden-Württemberg braucht ein Gesamtkonzept für die Aufnahme geflüchteter Menschen und ihre Integration. Ziel ist die Stärkung einer offenen Gesellschaft. Eine starke Freie Wohlfahrtspflege kann dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.

1. Aufnahme geflüchteter Menschen

Verfahrens- und Sozialberatung für Geflüchtete muss qualifiziert und unabhängig sein. Das gelingt durch freie und gemeinnützige Träger der Freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg. Dieses Modell entspricht dem Grundgedanken der Subsidiarität. Deshalb fordert die Diakonie in Baden-Württemberg die Landesregierung auf, ein konsistentes Gesamtkonzept für diese Form der Verfahrens- und Sozialberatung konzeptionell wie finanziell zu sichern, unabhängig von der Phase der Unterbringung.

2. Förderung Diversitätspolitik

Die Landesregierung soll eine konsequente Diversitätspolitik fördern. Diese geht Hand in Hand mit Programmen, die demokratisches Bewusstsein fördern, bzw. sich gegen rechtspopulistische und fremdenfeindliche Initiativen und Bestrebungen stellen. Die Programme sollen Kommunen wie freien Trägern der Wohlfahrtspflege gleichermaßen offenstehen.

3. Förderung beruflicher Integration

Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte haben Motivation und Potentiale. Diese sollen sich entfalten können. Die Diakonie ruft die Landesregierung auf, dies mit individuellen und gezielten Maßnahmen zur beruflichen Integration zu fördern. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, muss die Anerkennung von Qualifikationen verbessert werden. Dazu muss die Landesregierung die Anerkennungsberatung deutlich ausbauen und Ermessensspielräume nutzen. Außerdem werden Programme zur Finanzierung von Anpassungsqualifizierungen aufgelegt. Für Menschen, die im Rahmen der Arbeitsmigration nach Deutschland kommen, sind Fachberatungsstrukturen zur Begleitung wichtig. Sie können helfen, prekäre Arbeitsverhältnisse zu verhindern.

4. Nachhaltige Beschaffung

Das Land Baden-Württemberg ist ein verantwortungsvoller globaler Akteur. Die Diakonie ruft die Landesregierung auf, sich vor diesem Hintergrund dafür einzusetzen, Fluchtursachen zu reduzieren und Menschen vor Ort eine Perspektive zu eröffnen. Deshalb soll sich Baden-Württemberg zu nachhaltiger Beschaffung auf allen Ebenen und in allen Bereichen verpflichten.

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