Digitalisierung

Mehr Digitalisierung führt zu mehr Digitalisierungsverlierern. Dazu gehören beispielsweise arme Familien, geringqualifizierte Menschen und Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen. Es gilt, die digitale Spaltung der Gesellschaft aufzuheben und gerade Älteren, sozial Benachteiligten und Hilfebedürftigen Zugang zu digitalen Angeboten zu ermöglichen.

1. Digitale Inklusion

Die Digitalisierung birgt Risiken. Es entstehen andere Ausgrenzungen und neue Barrieren. Von Armut betroffene Familien und Alleinstehende sowie Menschen mit Assistenzbedarf dürfen nicht von der Teilhabe an der digitalen Gesellschaft und Bildung ausgeschlossen werden. Das hat insbesondere die Corona-Krise deutlich gemacht. Arme Menschen müssen deshalb bei der Ausstattung mit notwendigen Geräten und Zugängen unterstützt werden. Menschen mit Assistenzbedarf brauchen Förderung bei der Ausstattung mit digitaler Hard- und Software für Kommunikation, Bildung und Arbeit aber auch Ambient Assisted Living-Lösungen. Digitale Inklusion muss künftig auch bei der öffentlichen Gesundheitsvorsorge ermöglicht werden. Der Zugang zu medizinischen und sozialen Hilfeleistungen für hilfebedürftige Menschen muss auch durch digitale Infrastrukturen abgesichert sein. Wird all das berücksichtigt, wird Digitalisierung auch für diese Menschen nicht zum Risiko, sondern zur Chance.

2. Digitalisierung in der Sozialwirtschaft

Digitalisierung und Innovationen kosten. Der Aufwand zur Schaffung einer digitalen Infrastruktur und digitaler Lösungen ist seitens der Kostenträger grundsätzlich aber kein vergütungsrelevanter Bestandteil. Der Aufwand für Forschung und Entwicklung kann nur aus Eigenmitteln finanziert werden und bedarf daher neuer Konzepte zur Finanzierung. Die Sozialwirtschaft benötigt politische Entscheidungen, die es ihr ermöglichen, die notwendige Digitalisierung voranzutreiben.

3. Weiterbildung und digitale Kompetenzen

Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, wie wichtig digitale Kompetenzen sind. Dies wird in Zukunft noch zunehmen. Durch die Krise entstanden Innovationen und Ansätze zur Kollaboration, die vorher unbekannt oder mit Angst behaftet waren. Benachteiligte Menschen müssen beim Erwerb digitaler Kompetenzen unbedingt gefördert werden, um sie in Zukunft nicht noch weiter abzuhängen. Zur Förderung der digitalen Selbstentwicklung benachteiligter Menschen in Baden-Württemberg müssen ihnen Vernetzungs- und Lernwege durch geeignete Netzwerke und Plattformen vermittelt werden. Nur so kann ihr Kompetenzniveau weiterentwickelt werden. Diese Kompetenz ist entscheidend für den Erfolg digitaler Inklusion und damit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der digitale Wandel setzt einen Kulturwandel voraus. Hierfür ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen auf digitale Inhalte barrierefrei zugreifen können. Bevor neue Systeme eingerichtet werden, sollten die Bedürfnisse der Menschen bedacht werden. An sie sollen die technischen Rahmenbedingungen angepasst werden, nicht umgekehrt. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Außerdem ist zu beachten, dass die Digitalisierung ein sich stetig wandelnder Prozess ist, der eine regelmäßige Aktualisierung des Knowhows und technische Anpassung voraussetzt.

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