Studie: Versorgungssicherheit in der Pflege nicht gewährleistet

11. Juli 2019
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Plätze in Pflegeheimen sind Mangelware

 

 

Für viele Pflegebedürftige in Baden-Württemberg wird es immer schwieriger, einen stationären Pflegeplatz zu bekommen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Liga der freien Wohlfahrtspflege unter den Trägern der Stationären Altenhilfe. Demnach müssen die Heime durchschnittlich 80 Prozent aller Anfragen nach einem Dauerpflegeplatz oder nach Kurzzeitpflege ablehnen.  

Nach Angaben der Liga haben sich 535 Einrichtungen an der Umfrage beteiligt. In einem Zeitraum von fünf Tagen sollten die Teilnehmer angeben, wie viele Anfragen für einen Dauer- oder Kurzzeitpflegeplatz abgelehnt werden mussten. Anhand der Rückmeldungen ergab sich, dass rund 82% der Anfragen für einen Dauerpflegeplatz und rund 77% der Anfragen für einen Kurzzeitpflegeplatz von den Einrichtungen nicht bedient werden konnten. 83% der teilnehmenden Einrichtungen bewerten die Situation im Bereich der Kurzzeitpflege deshalb als schlecht. Nur 8% aller Befragten bezeichnen die aktuelle Versorgung zumindest als ausreichend.  

Die Verbände der freien Wohlfahrtspflege nennen das Ergebnis vor allem aus Sicht der betroffenen Menschen inakzeptabel. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen suchten verzweifelt nach Plätzen. Insbesondere in der Kurzzeitpflege sei die Not groß, da hier oft kurzfristig aufgrund von Krankenhausentlassung oder häuslicher Krisensituationen ein übergangsweiser Versorgungsbedarf besteht. Eine wohnortnahe Versorgung sei in vielen Regionen nicht mehr gesichert.  

Ursache seien insbesondere der Mangel an Fachpersonal und die Auswirkung der Landesheimbauverordnung. Die vom Land Baden-Württemberg vorgegebene Einzelzimmerquote habe zu einem Verlust von mehr als 3.000 Plätzen geführt. Gleichzeitig werde es für Betreiber zunehmend schwierig, ausreichend Personal zu beschäftigen. Wohnbereiche könnten nicht mehr voll belegt werden, da das nötige Personal fehle und damit die gesetzlichen Vorgaben, wie z.B. vereinbarte Personalschlüssel oder die Fachkraftquote, nicht mehr eingehalten werden könnten.  

Nach Ansicht der Ligaverbände sind die geltenden Rahmenbedingungen im Leistungs- und Ordnungsrecht für die Kurzzeitpflege und Langzeitpflege dringend weiter zu entwickeln. Dar-über hinaus brauche es aber auch kurzfristige und konkrete Maßnahmen, um regionalen Versorgungsdefiziten zu begegnen. Hier sieht die Liga neben dem Land auch die Kommunen in der Pflicht. Diese könnten beispielsweise Grundstücke oder Gebäude zur Verfügung stellen, um neue Plätze für pflegebedürftige Menschen zu schaffen.  

Die "Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V." ist eine gemeinsame Arbeitsplattform der elf Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, zu denen auch das Diakonische Werk Baden gehört.