Steigende Wohnkosten

6. November 2018
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Wohnungsbau

Mit Empörung hat das Diakonische Werk Baden auf jüngste Berichte zur Entwicklung der Wohnkosten für Hartz IV-Empfänger reagiert. Verbandschef Urs Keller sagte, es sei ein Skandal, dass Mietwucher immer mehr die Existenz gerade Bedürftiger bedrohe.  

Keller reagierte damit auf jüngste Medienberichte. Unter Berufung auf das Bundessozialministerium heißt es dort, die Wohnkosten für Hartz IV-Empfänger seien in den vergangenen sieben Jahren um 25 Prozent gestiegen. Keller nannte diese Entwicklung „schlicht ungerecht“. Den Mangel an Wohnraum nutzten Wenige dazu aus, Mieten in kaum noch bezahlbare Dimensionen zu treiben und ihren Profit zu maximieren. Für immer mehr Betroffene bedeute das Entbehrungen bis hin zu existenzbedrohenden Lebensumständen. Immer mehr Menschen, die von Hartz IV-Leistungen abhängig seien, müssten von dem wenigen verfügbaren Geld, das ihnen für ihre persönlichen Bedürfnisse zur Verfügung stehe, auch noch Teile der Wohnkosten bezahlen. Unter dem Strich bliebe dann immer weniger Geld zum Leben.  

Das jüngste Gutachten des Sozialverbands Deutschland zeige, dass die Mietpreisentwicklung mehr als eine Million Haushalte in Deutschland unter Hartz-IV-Niveau drücke. Auch in Baden-Württemberg sei ein Anstieg der Hartz-Empfänger zu verzeichnen. Immer mehr Leistungsempfänger befänden sich laut Statistischem Landesamt bereits im Rentenalter. Keller nannte diese Entwicklung unerträglich.  

Der badische Diakonie-Chef rief deshalb Wohnungsbaufirmen und Vermieter dazu auf, menschlich zu denken und auf ein weiteres Drehen an der Mietpreisschraube zu verzichten. Die Allianz für Wohnraum rief Keller auf, zügig gegenzusteuern. Die Kluft zwischen Arm und Reich dürfe nicht auch noch beim Thema Wohnen weiter auseinandergehen. Dringend gebraucht würden verbesserte Rahmenbedingungen und vereinfachte gesetzliche Regelungen zum Bau neuer Wohnungen. Insbesondere der soziale Wohnungsbau brauche solche Impulse. Die Landesregierung sei auf einem guten Weg. Allerdings verlange die aktuelle Entwicklung schnelleres Handeln und noch mehr Engagement.