Stärkung der Pflege

5. Juni 2019
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Das Diakonische Werk Baden begrüßt die Vorhaben der Bundesregierung in Sachen Pflege. Verbandschef Urs Keller lobt, die Pläne im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege (KAP)  hätten das Potential, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Keller fordert aber, die noch offene Finanzierungsfrage umgehend zu lösen.  

Insbesondere das Vorhaben, einen verbindlichen Tarifvertrag für die gesamte Branche zu schaffen, sei wichtig. Von diesem Weg dürfe sich die Koalition nicht abbringen lassen, so Keller. Nur Tarifverträge könnten Lohndumping vermeiden. Ein Tarifvertag könne verhindern, dass Arbeitgeber ihren Profit maximierten und gleichzeitig die Arbeitsstandards minimierten. Das gehe am Ende auch zu Lasten Pflegebedürftigen. Keller betont in diesem Zusammenhang, dass Caritas und Diakonie schon immer Tarifverträge anwendeten. In Baden-Württemberg hätten sie wesentlich dazu beigetragen, gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di das Bündnis für Tariftreue und Tarifstandards ins Leben zu rufen.  

Aber nicht nur die Bezahlung entscheide darüber, ob ein Beruf attraktiv ist oder nicht. Es sei deshalb mehr als begrüßenswert, dass die Bundesregierung Fachkräfte über die Verbesserung der Arbeitsbedingungen werben wolle. Das beginne bei der Überarbeitung der Personalschlüssel und der Entlastung von Bürokratie bis hin zur geplanten Reform der Pflegeausbildung. Dass Interessenten hier künftig mit einer Entlohnung rechnen könnten, statt Gebühren zu zahlen, steigere die Attraktivität enorm. Das zeige sich beispielsweise bereits in Baden-Württemberg. Hier werde auf ein sogenanntes Schulgeld verzichtet. Auch deshalb sei die Zahl der Pflegeauszubildenden im Vergleich zu anderen Bundesländern recht hoch.  

Vorstandsvorsitzender Keller weist darauf hin, dass die guten Vorhaben von der Bundesregierung verlässlich finanziert werden müssten. Da seien die Ankündigungen von CDU und SPD noch vage. Wichtig sei vor allem, dass die zu erwartenden Mehrkosten nicht bei den Pflegebedürftigen hängenblieben.