Schuldnerberatung gestärkt

26. Februar 2018
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Die Schuldnerberatungsstellen in Baden-Württemberg bekommen mehr Geld. In Verhandlungen mit der Landesregierung konnte eine Erhöhung der Fördermittel um insgesamt 25 Prozent durchgesetzt werden. Die Erhöhung erfolgt in zwei Stufen: rückwirkend zum 1. Januar 2018 und zum 1. Januar 2020.

Die Diakonie Baden begrüßte die Entscheidung. Vorstandsvorsitzender Urs Keller sagte, damit könne deutlich mehr Bürgerinnen und Bürgern der Weg aus der Schuldenfalle geebnet werden. Mit der Erhöhung komme die Landesregierung einer Forderung der christlichen Wohlfahrtsverbände nach. Diese hatten seit Jahren eine Anhebung der Fallpauschalen gefordert.

Soziale Schuldnerberater der Diakonie leisteten die gleiche Arbeit wie ein Rechtsanwalt. Darüber hinaus widme sich soziale Schuldnerberatung nicht nur den finanziellen, sondern auch den psycho-sozialen Schwierigkeiten der Betroffenen. Im Unterschied zur gewerblichen Schuldnerberatung sei die Leistung der Sozialen Schuldnerberatung aber bislang deutlich geringer vergütet worden, so Keller. Durch die jetzige Erhöhung werde diese Gerechtigkeitslücke geschlossen. Das eröffne neue Spielräume. Perspektivisch könne mehr Menschen geholfen, drohende Armut abgewendet werden. Jetzt, so Keller, müsse es noch gelingen, präventive  Angebote zu schaffen und zu finanzieren. Studien belegten, dass jeder Euro, der für die Soziale Schuldnerberatung aufgewendet werde, gesellschaftliche Kosten in fünffacher Höhe vermeide.

2016 und 2017 konnten die Schuldnerberatungsstellen in Baden-Württemberg außergerichtliche Einigungsverfahren für insgesamt rund 9.600 Schuldnerinnen und Schuldner durchführen. Dabei wurde im Zusammenwirken mit den Gläubigern bei mehr als 1.900 Schuldnern eine einvernehmliche Regulierung bestehender Schulden erreicht. Das mehrjährige Verfahren zur Rechtschuldbefreiung und damit einhergehende gerichtliche Verfahrenskosten konnten vermieden werden.

Die Höhe der Fallpauschale richtet sich nach der Anzahl der Gläubiger.

Die Diakonie in Baden-Württemberg betreibt 39 Beratungsstellen. Der Diözesan Caritasverband Freiburg 22.