Mehr Plätze für Kurzzeitpflege

28. August 2019
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Mehr Plätze für Kurzzeitpflege

Hoffnung für viele Pflegebedürftige und deren Angehörige in Baden-Württemberg: Das Sozialministerium will kurzfristig mehr Plätze für die Kurzzeitpflege zur Verfügung stellen. Das Ministerium reagiert damit auf die besorgniserregende Unterversorgung in dem Bereich.

Konkret rückt das Land von seiner Vorgabe ab, dass in baden-württembergischen Pflegeeinrichtungen Doppelzimmer konsequent zu Einbettzimmern umgebaut werden müssen. Vielmehr sollen die Doppelzimmer erhalten bleiben können, sofern sie von den Trägern für die Kurzzeitpflege genutzt werden.

Das Land kommt damit einer zentralen Forderung der Wohlfahrtsverbände nach, darunter mitfederführend das Diakonische Werk Baden. Diese hatten zuvor in einer Studie die deutliche Unterversorgung belegt. Tausende Angehörige im Monat bekämen Absagen, wenn sie für ihre Pflegebedürftigen einen Kurzzeitpflegeplatz beantragten. Durchschnittlich wurden 77 Prozent der Anfragen negativ beschieden. Nach Angaben der Liga der freien Wohlfahrtspflege haben sich 535 Einrichtungen in Baden-Württemberg an der Umfrage beteiligt.

Das Diakonische Werk Baden begrüßte die konkrete Maßnahme des Ministeriums. Insbesondere in der Kurzzeitpflege sei die Not groß, da hier oft kurzfristig aufgrund von Krankenhausentlassung oder häuslicher Krisensituationen ein Versorgungsbedarf entstehe. Die Landesheimbauverordnung für Baden-Württemberg und ihre Einzelzimmerquote habe maßgeblichen Anteil an dem Versorgungsengpass. Die Pläne bedeuteten einen Verlust von mehr als 3.000 Plätzen. Das Ministerium seinerseits betonte, dass die jetzige Entscheidung nur übergangsweise bis 2034 gelte und die Regelungen der Landesheimbauverordnung damit nicht aufgeweicht würden.