Mehr Kältetote erwartet

3. November 2020

Kältehilfe durch Corona massiv unter Druck

© Diakonie Baden

Obdachlose in einer Fußgängerzone

Mit Beginn der kalten Jahreszeit sorgt sich die Diakonie Baden um das Schicksal wohnungsloser und obdachloser Menschen in Zeiten der Pandemie. Die sich wieder verschärfende Lage habe massive Auswirkungen auf das Angebot an Kältehilfen.

„Jede Kommune ist verpflichtet, nicht freiwillig Wohnungslosen ein Obdach zur Verfügung zu stellen“, sagt Julia Schlembach, Referentin für Wohnungslosenhilfe bei der Diakonie Baden. In Zeiten der Pandemie sei das aber eine schier unlösbare Aufgabe, weil die Einrichtungen der Kältehilfe ihre ohnehin schon knappen Kapazitäten aus Gründen des Infektionsschutzes noch weiter reduzieren müssten. Wegen der Abstands- und Hygieneregeln könnten bspw. weniger Betten bereitgestellt werden.

„Ich befürchte, dass in diesem Winter mehr Menschen erfrieren, als in den vergangenen Jahren“, warnt Schlembach. Man brauche in diesem Winter unbedingt mehr Angebote der Kältehilfe. Schlembach appelliert deshalb an die Kommunen, zusätzliche Unterkünfte und mehr Personal zu ermöglichen. Nur mit mehr Ressourcen könne man einen effektiven Erfrierungsschutz für Obdachlose sicherstellen.

Komme es zu Covid-19-Verdachts- oder Infektionsfällen, stünden die Betroffenen zudem oftmals ohne ausreichende Versorgung da. Nur mit mehr finanziellen Mitteln könne man auch wohnungs- und obdachlosen Menschen Isolations- und Quarantänemöglichkeiten bieten und damit Infektionsketten unterbrechen.

Neben den Betroffenen sorgt sich Schlembach auch um die Mitarbeitenden in den Diensten und Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe der Diakonie Baden vor Ort. Sie seien durch ihre Arbeit einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Die Fachexpertin fordert deshalb ausreichend Schutzausrüstung und den unkomplizierten Zugang zu Testmöglichkeiten.

Mehr Infos und wie Sie helfen können finden Sie unter:

https://www.diakonie-baden.de/verband/rehabilitation/wohnungslosenhilfe/kaeltehilfe