Kirchliche Krankenhäuser für eine professionelle Pflege mit Hingabe

17. Juli 2018
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Gemeinsamer Aktionstag Pflege der Evangelischen und Katholischen Krankenhausverbände Baden Württembergs in Stuttgart - 5000 Unterschriften übergeben

Die kirchlichen Krankenhäuser in Baden-Württemberg verstärken ihren Druck auf die politisch Verantwortlichen, um die Situation für die Mitarbeitenden in der Pflege nachhaltig zu verbessern. Bei einem gemeinsamen Aktionstag Pflege am Freitag, 13. Juli in der Stuttgarter Liederhalle sprachen sie sich für eine professionelle Pflege mit mehr Zeit für Hingabe und Zuwendung zum Patienten aus. Sie überreichten eine entsprechende Resolution mit über 5000 Unterschriften ihrer Mitarbeitenden an die beiden Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens (SPD) und Karin Maag (CDU).

„Als kirchliche Krankenhäuser ist es uns ein besonderes Anliegen, dass es tatsächlich eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Pflege gibt“, machte Bernd Rühle, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhausverbandes Baden-Württemberg e.V., in seiner Einführung deutlich. Der christliche Auftrag „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ erfordere auch entsprechende Rahmenbedingungen. Aus der Politik gebe es mit dem Entwurf zum Pflegepersonal-Stärkungsgesetz dazu im Moment erste „positive Signale“. „Es ist sehr erfreulich, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Leistungen der Pflege anerkennt.“ Aber es gebe noch viele offene Fragen. „Wir brauchen nachhaltige Lösungen und keine Strohfeuer“, so Rühle. „Wir brauchen mehr Zeit für die Pflege am Patienten, mehr Zeit für eine professionelle Pflege mit Hingabe“.

In einem nachdenklichen und sehr persönlichen Impuls griff Prof. Dr. Dr. h.c. Heribert Prantl von der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung diesen Gedanken auf. Bei der Sorge um alte und kranke Menschen sei „eine Auferstehung der Nächstenliebe und wärmende Zuneigung notwendig“, betonte er. „Für gute Pflege braucht es Zeit, Geborgenheit und Barmherzigkeit.“ Diese könne man nicht betriebswirtschaftlich optimieren. Er warnte vor einer umfassenden und radikalen Ökonomisierung des Gesundheitswesens. „Alte Menschen dürfen keine Angst haben aussortiert zu werden“, forderte Prantl, „Krankenhäuser und Pflegeheime dürfen keine Fabriken sein, in denen das Wichtigste ist Geld zu machen, sondern Orte, an denen geheilt und gepflegt wird.“

Pflegekräfte berichteten von ihren Arbeitsalltag im Krankenhaus. und verlangten mehr Respekt und Wertschätzung für ihren Beruf.  Bei aller Kritik zeigten sie sich zugleich überzeugt: „Pflege ist ein schöner, vielseitiger und sinnhafter Beruf.“

Diskutierten über die Rahmenbedingungen für eine menschenwürdige Pflege (v.l.): Willi
Reiners (Moderator) Frank Feinauer (Pflegedirektor Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim) Karin Maag (MdB, CDU), Heike Baehrens (MdB, SPD) und Bernd Rühle (Geschäftsführer Evangelischer Krankenhausverband Baden-Württemberg) Ute Emig-Lange (Leiterin Öffentlichkeitsarbeit Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim)

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit den beiden Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens (SPD) und Karin Maag (CDU) wurde deutlich, dass eine „langfristige und nachhaltige Finanzierung der Pflege“ und keine kurzfristigen auf wenige Jahre ausgelegten Fördermaßnahmen notwendig seien. Es könne nicht das Ziel sein, auf unterstem Niveau zu pflegen, eine gute Pflege ist damit nicht zu machen waren sich die Vertreter der Evangelischen und der Katholischen Krankenhäuser in Baden-Württemberg, Frank Feinauer und Bernd Rühle, einig.

Info: In den 44 kirchlichen Krankenhäusern und Reha-Kliniken in Baden-Württemberg versorgen rund 21.800 Mitarbeitende jährlich rund 336.000 Patientinnen und Patienten.