Lieferkettengesetz

28. Mai 2020

Höchste Zeit für ein verbindliches Lieferkettengesetz

© Brot für die Welt

Brot für die Welt in Baden ruft zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards auf. Firmen, die in Deutschland etwas verkaufen, sollen zur Einhaltung dieser Standards verpflichtet werden. Neben Brot für die Welt beteiligen sich 20 weitere Organisation an der Initiative Lieferkettengesetz.

„Mit einer Unterschriftenaktion bitten wir um Unterstützung für unser Anliegen.“, sagt Volker Erbacher, Verantwortlicher für Brot für die Welt in Baden. „Gleichzeitig wollen wir für das Problem sensibilisieren. Wir fordern ein einklagbares Gesetz, dass sich auf die ganze Lieferkette bezieht, also auch auf Zulieferer und Subunternehmen.“

„Made in Europe – ein Trugschluss“

„Faire Arbeitsbedingungen sind uns allen wichtig“, so Erbacher weiter. Kleidung zum Beispiel sollte schon unter fairen Bedingungen hergestellt worden sein. Man freue sich, wenn auf dem Etikett des neuen Shirts „made in europe“ stehe. Da werde dann schon alles mit rechten Dingen zugehen und die Näherinnen könnten anständig von ihrem Lohn leben. Leider oft ein Irrtum!

Arbeiterinnen, die bei einem Zulieferer für Hugo Boss in Bulgarien arbeiteten, verdienten zum Beispiel nur 30 Prozent eines existenzsichernden Lohns – und das bei einer 60-Stundenwoche an der Nähmaschine. Kein Einzelfall! Nicht nur in Bulgarien, auch in anderen Ländern müssten Arbeiterinnen im Textilsektor in Osteuropa für Armutslöhne schuften. Bei Hitze und Kälte. Unter katastrophalen sanitären Bedingungen (800 Arbeiterinnen pro Schicht, maximal 30 Toiletten, die aber nur während der halbstündigen Mittagspause aufgesucht werden dürften). Ohne ausreichendende Erholungsphasen, Urlaub, Absicherung im Krankheitsfall ...

Die Liste derer, die es Fairness im Arbeitsprozess nicht so genau nähmen sei lang, so Erbacher. Zahlreiche große deutsche Firmen zählten dazu, z.B. Adidas, Gerry Weber, dm, Aldi, Adler, Deichmannund Esprit. Es ist Zeit, etwas zu unternehmen:

Die Initative wird prominent unterstützt von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), brauche aber auch breite Zustimmung aus der Bevölkerung. Jeder Kunde entscheide mit.

Ein wirksames Lieferkettengesetz wäre die beste Hilfe gegen Ausbeutung und Armut.
Mehr als 160.000 Menschen haben die Petition bundesweit bereits unterschrieben. 

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