Internationaler Tag der Pflege

11. Mai 2016
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Diakonie Baden ermuntert Politik zu Reformschritten

Zum Internationalen Tag der Pflege hat das Diakonische Werk Baden die Politik aufgefordert, gegebene Versprechen einzuhalten. Vorstandsvorsitzender Urs Keller sagte, die im Koalitionsvertrag der künftigen Landesregierung gemachten Ankündigungen seien lobenswert. Die geplanten Vorhaben müssten aber ausreichend finanziell unterfüttert werden. Die Koalitionäre rief er auf, den angekündigten Maßnahmen auch Taten folgen zu lassen.

Keller wies auf den dringenden Handlungsbedarf in der Pflege hin. Die jüngsten Zahlen des Statistischen Landesamtes zeigten, dass die eigenen Prognosen nicht übertrieben gewesen seien. Allein in Baden-Württemberg werde sich demnach die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in den kommenden 14 Jahren um mehr als ein Drittel erhöhen. Dementsprechend  werde der Bedarf an Pflegefachkräften steigen. Professionelle Pflegeangebote würden immer wichtiger, weil immer weniger Menschen durch ihre Angehörigen gepflegt würden.

Glücklicherweise, so Keller, habe die  Politik die Bedeutung des Themas erkannt. Das drücke sich jetzt erfreulich im vorliegenden Koalitionsvertrag von Bündnis90/Die Grünen und CDU aus. Hier werde in vielen Pflegebereichen Förderung in Aussicht gestellt. Gleichzeit solle bürokratischer Ballast über Bord geworfen werden. Besonders erfreulich sei, dass die künftige Landesregierung die Stärkung der Pflege im ländlichen Raum in den Blick nehme. Begonnene Reformvorhaben, wie die Landesheimbauverordnung, die Landespersonalverordnung und das Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz wolle grün-schwarz vereinfachen und Erleichterungen für die Träger schaffen. Damit würden zahlreiche Forderungen insbesondere der kirchlichen Wohlfahrtsverbände in Baden-Württemberg aufgegriffen. Die Arbeit der vergangenen Jahre in der Pflege-Enquete-Kommission und der Kampagne „Pflege hat Wert“ habe sich also gelohnt.

Keller sagte, am Internationalen Tag der Pflege sei es für die Diakonie Pflicht, die Politik an ihre Verantwortung zu erinnern. Die Ankündigungen der grün-schwarzen Koalition seien gut für das Land und die Menschen, die darin wohnten. Jetzt gehe es darum, die Voraussetzungen zu schaffen, dass pflegebedürftige Menschen auch in Zukunft ein Leben in Würde führen könnten. Damit verbunden sei die Aufgabe, Pflegeberufe aufzuwerten und attraktiv zu machen. Das müsse sich in einer qualitativ hochwertigen Ausbildung und fairer Entlohnung ausdrücken. Keller forderte die künftige Landesregierung deshalb dazu auf, sich im Bund dafür einzusetzen, dass die tarifliche Entlohnung von Pflegeberufen generell anerkannt und entsprechend refinanziert werde.

Im Bereich der Altenhilfe der Diakonie Baden arbeiten insgesamt rund 10.300 Beschäftigte. Etwa 13.000 Pflegebedürftige werden von ihnen versorgt. Es gibt mehr als hundert Pflegeheime und 75 Sozialstationen.

Der internationale Tag der Pflege findet jährlich am 12. Mai statt. Er geht zurück auf den Geburtstag von Florence Nightingale im Jahr 1850, die als eine Begründerin der modernen Krankenpflege gilt. Sie trug wesentlich dazu bei, dass die Pflege als gesellschaftlich geachteter und eigenständiger Berufszweig anerkannt wurde und entwickelte Ausbildungsstandards, die erstmals in einer von ihr gegründeten Krankenpflegeschule Anwendung fanden.