Hilfe für Betroffene

4. Februar 2021

Es geht um den Schutz der Prostituierten

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Frau auf dem Straßenstrich

In der Debatte um ein Sexkaufverbot ist der Diakonie Baden der Schutz der Menschen in der Prostitution wichtig. Dies müsse bei der Diskussion um den Umgang mit Prostitution immer im Fokus bleiben.

Die Diakonie reagiert damit auf die aktuelle Debatte um ein Verbot von sexuellen Dienstleistungen. Grundsätzlich werde dabei um den richtigen Weg gerungen, wie Menschen, die sich in der Prostitution befinden, am besten geschützt werden können. Beide Seiten hätten damit im Grundsatz das gleiche gemeinsame Anliegen. Nämlich den Schutz der Menschen in der Prostitution. Unterschiedlich seien aber die Wege, wie dieses erfolgreich erreicht werden kann.

Dabei stehe auf der einen Seite die Überzeugung, ein Sexkaufverbot, das die Freier unter Strafe stellt, sei das richtige Mittel. Auf der anderen Seite werde befürchtet, dass ein Verbot Prostitution nicht verhindere, sondern in die Illegalität abdränge. Dort aber seien die Betroffenen für Beratung und Hilfe nicht mehr zu erreichen. Alle Hilfen, jeder Schutz gehe damit an den Bedürftigen vorbei. In Baden bietet die Diakonie als einziger Verband in ihren Beratungsstellen Begleitung und Hilfe für die Menschen, die sich in der Prostitution befinden.

Die Debatte über die unterschiedlichen Wege müsse öffentlich geführt werden. An ihrem Ende habe der Gesetzgeber zu entscheiden. „Wir wünschen uns aber, dass diese Debatte sachlich und fachlich geführt wird."

Mit Bedauern müssen man feststellen, dass das Papier des örtlichen Diakonischen Werks Karlsruhe den Raum biete für Verkürzungen und einseitigen Interpretationen, wie sie sich in Schlagzeilen der Presse ausdrückten. 

Das Thema wurde publik durch einen öffentlichen Brief. Er kritisiert ein Schreiben, in dem das Diakonische Werk Karlsruhe und Bordellbetreiber einen gemeinsame Forderungskatalog aufstellen.