Diakonische Konferenz 2018

26. November 2018
  • Diakonie & Kirche
  • Diakonie Baden

In konzentrierter Arbeitsatmosphäre haben die Delegierten der Diakonischen Konferenz den Weg für die Arbeit des Diakonischen Werkes Baden im kommenden Jahr geebnet. Sie entlasteten den Vorstand, nahmen den Jahresabschluss einstimmig an und verabschiedeten den Wirtschaftsplan.  

In dem vorangehenden Bericht des Vorstandes und der anschließenden Aussprache ging es vor allem um die wirtschaftliche Situation. Finanzvorstand André Peters verwies auf rückläufige Einnahmen. Die anhaltende Niedrigzinsphase sei verantwortlich für geringere Zinserträge. Das habe zu einem gewissen Fehlbetrag in der wirtschaftlichen Bilanz geführt. Die Diakonie Baden habe darauf mit einem Sanierungsplan reagiert. Dieser bestehe aus einem Mix aus Beitragssteigerungen, Stellenabbau und angestrebten Einnahmesteigerungen. Dennoch wolle der Landesverband keinen Leistungsbereich unbearbeitet lassen und seinen Mitgliedern weiter in allen Bereichen zur Seite stehen. 

Vorstandsvorsitzender Urs Keller bezeichnete 2018 als gutes Jahr für die badische Diakonie. Der Verband habe eine Zerreißprobe bestanden. Aus dem Konflikt des Jahres 2017 sei man als Verband gestärkt hervorgegangen. Die Regionalkonferenzen hätten ein positives Ergebnis gebracht. Kirchengemeinden, -bezirke, Diakonische Werke, freie Träger und Landesverband hörten aufeinander und seien sich nah. Keller danke der Landessynode für die konstruktive Zusammenarbeit über diakonische Themen. Ein professionelles, theologisch fundiertes Dienstleistungsangebot für die Mitglieder sei so erst möglich. Das sei die Aufgabe des Landesverbandes: nicht Beaufsichtiger, sondern Dienstleister für die Mitglieder zu sein. Keller sieht das Diakonische Werk Baden vor einem tiefgreifenden Wandlungsprozess. Ziel sei eine agile Organisation mit geschärftem Profil. Keller kündigt ein Konzept für Digitalisierung an. Satzung und Struktur würden überdacht, Ergebnisse der Herbstsynode 2019 vorgelegt. Die nächsten strategischen Ziele sollten künftig mit den Mitgliedern gemeinsam erarbeitet werden. Keller lobte die Zusammenarbeit von Caritas und Diakonie in Baden-Württemberg, deren Qualität bundesweit einmalig sei. 

Dr. Ulrike Hahn, Vorstand für den Bereich Einrichtungen und Werke, beleuchtete rückblickend auf das Jahr 2018 das Engagement des Diakonischen Werkes Baden im landes- und bundespolitischen Kontext. Gerade im Bereich der Kindertageseinrichtungen habe sich viel getan. Der Betreuungsbedarf bei den unter 2-jährigen steige stark. Kitas entwickelten sich zu Familienzentren. Kitas seien wichtige Orte für die frühkindliche Entwicklung. Insofern begrüßte sie den Beschluss der Landessynode, für den Ausbau von Kitas zu Evangelischen Kinder- und Familienzentren mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Bedeutung der Kitas zeige sich aktuell auch im sogenannten Gute-Kita-Gesetz. Dieses Bundesgesetz eröffne Familien in Baden-Württemberg die Chance, einen Kita-Platz unabhängig vom Einkommen in Anspruch nehmen zu können. Auf Landesebene begleite man die Umsetzung des Bundesgesetzes und die Entwicklung des baden-württembergischen Paktes für gute Bildung und Betreuung. 

Als zweiten sozialpolitischen Themenschwerpunkt nannte Dr. Hahn die soziale Arbeit mit Prostituierten und Opfern von Menschenhandel. Dieses Themenfeld sei eine traditionsreiche Aufgabe für die Diakonie, auch wenn es kontrovers diskutiert werde. Die Diakonie Baden habe sich bei der Ausarbeitung des Prostituiertenschutzgesetzes eingebracht. Z.B. sei der Landesverband federführend gewesen bei der Erarbeitung einer Stellungnahme zum Ausführungsgesetz. Der Beratungsbedarf steige. Die finanzielle Ausstattung der Beratungsstellen bleibe aber prekär. Hahn forderte deshalb eine angemessene Förderung. 

Die Diakonie Baden stellt derzeit fünf der acht Vorsitzenden in den Ausschüssen der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg. Auf der Diakonischen Konferenz stellten sich die fünf Mitarbeitenden den Fragen der Delegierten. Es ging darum die Arbeit auf Landesebene mit den Bedarfen in den Regionen zu verbinden. Gemeinsam erarbeiteten sie Themen, die vor Ort im Kommunalwahlkampf im Mai 2019 genutzt werden sollen. 

Die Diakonische Konferenz ist neben der Mitgliederversammlung das höchste Entscheidungsgremium des Diakonischen Werkes Baden. Ihr gehören neben Bezirksdiakoniepfarrern und -pfarrerinnen, Delegierte der Mitgliederversammlung, der Aufsichtsrat, der Landesbischof und der Präsident der Landessynode an.