Diakonische Konferenz 2016

18. November 2016
  • Diakonie Baden
  • Welcome Center Sozialwirtschaft

Diakonische Konferenz 2016

Die Diakonische Konferenz als höchstes Entscheidungsgremium des Diakonischen Werkes Baden hat am 18. November in Karlsruhe getagt.


Vorstandsvorsitzender Urs Keller sagte, in diesem Jahr stehe vor allem die geplante Verbandsentwicklung im Fokus. Daher solle das Gremium vor allem Plattform des Austausches sein, nicht nur Gremium, um nötige Entscheidungen zu treffen.


"Wir erleben spannende Zeiten, in denen sich viel verändert", sagte Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, in seinem Gastbeitrag. Diakonie müsse sich verändern, weil sich die Welt um sie herum verändere. Zum Thema Verbandsentwicklung habe er mit vielen namhaften Größen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gesprochen. Dort werde die Diakonie als schlafender Riese wahrgenommen, der sich öffentlich viel öfter selbst darstellen sollte. Im Umgang mit der Öffentlichkeit gelte es also die Antworten auf die Fragen zu finden: "Wie werden wir auskunftsfähiger? Wie werden wir schneller? Wo sind wir Teil der Problemlösung?" Lilie sagte weiter, ein Qualitätsmerkmal der evangelischen Diakonie sei ihre Vielfalt. "Wir in der Diakonie stehen für gute Emotionen. Wir haben viele gute Geschichten. Wir müssen nur besser werden, diese Geschichten öffentlich zu erzählen, das sind unsere Predigten. Wir müssen mehr darstellen, was wir Gutes tun.", so Lilie. Wenn es Diakonie nicht gäbe, würde etwas fehlen. Als Verband sei Diakonie nur so gut, wie sie ihre Aufgaben wahrnehme: Für ihre Mitglieder da zu sein und ihr Stellvertreter in der Öffentlichkeit zu sein. Dazu sei es wichtig, mehr mit den Mitgliedern zu kommunizieren, mehr regional, also vor Ort präsent zu sein und Austauschebenen zu schaffen. Die Diakonie Baden sei Geschwister im Geiste, weil sie sich den gleichen Herausforderungen stelle wie die Diakonie Deutschland und nach Antworten mit den gleichen Mitteln suche. Lilie wörtlich: "Wir können voneinander lernen".

Link zum Interview mit Präsident Ulrich Lilie


Der Austausch der Delegierten war dann auch ein Schwerpunkt der Diakonischen Konferenz. In Arbeitsgruppen konnten sie auswerten, wie es um die gegenwärtigen Austauschplattformen des Diakonischen Werkes Baden bestellt ist, was fehlt und wie die Erwartungen an die Zukunft sind.
Im Ergebnis wurden der Verbandsentwicklung der Diakonie Baden gelobt. Die drei Regionalkonferenzen zur Mitgliederbefragung wurden als in sehr hilfreich beschrieben. Es bestand der Wunsch, dieses Format fortzuführen. Es wurde auch der Wunsch nach mehr Unterstützung vor Ort in politischen Gremien geäußert und die Bitte um Unterstützung, damit Diakonie auch vor Ort mehr wahrgenommen zu werden. Gewünscht wurden klare Positionierungen wofür die Diakonie stehe und was sie erreichen wolle.


Im weiteren Verlauf der Konferenz wurde der neue Jahresbericht der Diakonie Baden vorgestellt. Außerdem gab es den Bericht des Vorstandes. Unter dem Motto "wer nicht zusammenarbeitet wird bedeutungsloser" betonte Vorstandsvorsitzender Keller die gute Zusammenarbeit mit der Diakonie Württemberg und dem Caritasverband Freiburg. Diese Zusammenarbeit werde man weiter ausbauen. Außerdem schilderte Keller den aktuellen Diskussionsstand zum Thema kirchliches Arbeitsrecht und unterstrich das überproportionale Engagement der Diakonie Baden in der Liga der freien Wohlfahrtspflege, gemessen an der eigenen Verbandsgröße. Hier nehme man Einfluss auf die Sozialpolitik Baden-Württembergs im Interesse der eigenen Mitglieder.


Kirchenrat Jürgen Rollin lenkte den Blick auf die Bedeutung der Kindertagesstätten. Hier erreiche man 33.000 Kinder und ihre Familien. 6.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien allein diesem Arbeitsbereich beschäftigt. Das verdeutliche die Möglichkeiten, die christliche Botschaft in die Gesellschaft hinein zu tragen. Noch nie seien so viele Kinder in öffentlicher Betreuung gewesen wie aktuell. Durch den angestrebten Übergang von der Tagestätte zum Familienzentrum nehme man die ganze Familie in Blick. Rollin äußerte die Hoffnung, dass die neue Landesregierung die Förderung dieses Umbauprozesses weiter fördern werde. Zum Thema Bahnhofsmission sagte Rollin, sie gehörten zum Kernbestand diakonischen Handelns. Von den Engagierten dort werde ein hohes Maß an Verbindlichkeit erwartet. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Hilfesuchenden um 36 % angestiegen. 143.000 Menschen hätten allein in Baden um Hilfe nachgesucht. 2015 und 2016 habe das Diakonische Werk das Thema Europa zum Schwerpunkt gemacht. Niemand habe in der Planungsphase ahnen können, welche dramatische Aktualität das Thema gewinnen würde.
Finanzvorstand André Peters sagte in seinem Vortrag, für seinen Aufgabenbereich habe 2016 der Fokus vor allem auf der finanziellen Konsolidierung gelegen. In diesem Zusammenhang ging Peters auf die Entwicklung der Mitgliedsbeiträge, der landeskirchlichen Mittel und die Gesamterträge ein. Ziel sei es, den sozialpolitischen Auftrag, das anwaltschaftliche Wirken als auch die gemeinsame Marke Diakonie zu stärken. Im Weiteren ging Peters auf die Anstrengungen in Sachen Fachkräftesicherung und Innovation ein. Sie seien 2016 Schwerpunkt des eigenen Dienstleistungsangebots gewesen. Es sei gelungen, für die Arbeit des Welcome Centers erneut die Förderung durch das Wirtschaftsministerium zu sichern. Auch habe das Kompetenzzentrum Gesundheit seine Arbeit intensiviert. Man habe die Rückenwind 2 Ausschreibung "Belev: Gesundes gestalten 2.0." gewonnen. Knapp eine Million Euro stünden nun den Mitgliedseinrichtungen für Personal-, Kultur- und Teamentwicklungsprozesse zur Verfügung. Im dritten Teil der Konferenz ging es um die Themen Jahresabschlussprüfung, Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand und die Genehmigung des Wirtschaftsplans. Die Delegierten stimmten den jeweiligen Bereichen zu.
Die Diakonische Konferenz 2017 findet am 24.11.2017 in Karlsruhe statt.