Diakonie trauert

8. März 2018
  • Diakonie Baden

Das Diakonische Werk Baden trauert um seinen ehemaligen Hauptgeschäftsführer Oberkirchenrat i.R. Hanns-Günther Michel. Michel starb Anfang der Woche im Alter von 93 Jahren.

Von 1976 bis 1990 war er Hauptgeschäftsführer des Diakonischen Werks der Evangelischen Landeskirche in Baden.  In dieser Funktion lag ihm besonders die enge Verbindung von Landeskirche und Diakonie am Herzen. Seit 1981 vertrat er als Oberkirchenrat erstmals die Interessen der Diakonie im obersten Gremium der Evangelischen Landeskirche. Mit großem Engagement setzte er sich für das Wohl  von Jugendlichen und Familien in Baden-Württemberg ein, unter anderem als erster Vorsitzender des Landesfamilienrates. Ab 1972 war er Mitglied der Landessynode und des Landeskirchenrates. Er war maßgeblich beteiligt am flächendeckenden Aufbau der Sozialstationen und der sozialpsychiatrischen Dienste sowie am Zustandekommen des Diakoniegesetzes. In seine Amtszeit fiel der Neubau der Fachhochschule Freiburg. Er war Vorsitzender der Liga der freien Wohlfahrtspflege und Vorsitzender des Evangelischen Krankenhausverbandes.

Seine Kriegserlebnisse in Russland, an der Westfront und in Finnland und die anschließende Gefangenschaft prägten Hanns-Günther Michel. Nach dem Krieg war er verantwortlich für Flüchtlingslager in Baden und damit für die Integration zahlloser Flüchtlinge. Mehrere Jahrzehnte engagierte er sich privat für die Völkerverständigung über die Arbeit mit jungen Menschen in Frankreich, Italien und Norwegen.

Hanns-Günther Michel ist Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse und des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland, der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und des Kronenkreuzes in Gold der Diakonie.

Nach dem Studium der Theologie wurde er 1952 in Uiffingen bei Boxberg ordiniert. Es folgten Stationen als Pfarrer in Buchenberg, Schuldekan im Schwarzwald-Baar-Kreis und dem Kirchenbezirk Villingen.

Wir vertrauen Hanns-Günther Michel der Liebe Gottes an. Die Evangelische Landeskirche und das Diakonische Werk Baden werden ihn in ehrender Erinnerung behalten.