Bilanz

4. März 2021

Die Landesstrategie Starke Kinder – chancenreich ist erfolgreich. Aber wer arm ist hat weiter deutlich schlechtere Chancen.

Vor einem Jahr ist die Landesstrategie „Starke Kinder – chancenreich“ gestartet. Diakonie und Caritas in Baden-Württemberg sehen trotz Pandemie zahlreiche Anstrengungen des Ministeriums für Soziales und Integration und auch Fortschritte. Aber die Pandemie hat bestehende Bildungsungerechtigkeiten noch verstärkt.

Im Homeschooling können Kinder und Jugendliche ohne gute digitale Ausstattung und ohne Begleitung ihrer Eltern nicht mithalten. Beengte Wohnverhältnisse, eine fehlende Tagesstruktur und auch fehlendes Schulessen wirken sich zudem massiv negativ auf das Lernverhalten aus. Betroffene Kinder erleiden derzeit Rückschritte, die sie nur schwer aufholen können.

Diakonie und Caritas sehen als eine der großen Aufgaben der nächsten Landesregierung den Kampf gegen Ursachen und Folgen von Bildungsungerechtigkeit. Eine dauerhafte, eng verzahnte Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium sei gefragt. Ziel müssten mehr qualifizierte Ganztagsangebote in Kombination mit Schulsozialarbeit und ein längeres gemeinsames Lernen sein. Dass dies die Bildungschancen von Kindern fördere, sei seit vielen Jahren wissenschaftlich erwiesen, werde jedoch kaum umgesetzt. Um die Kinder nicht nur zu betreuen, sondern für ihren weiteren Weg zu stärken, müsse die gezielte Förderung von Kindern aus armen Familien zum Standard werden. 

Die vier kirchlichen Wohlfahrtsverbände bekräftigen ihre Forderung nach einem Masterplan Er soll Bildungs- und Teilhabechancen grundlegend fördern. In Baden-Württemberg hänge Bildungserfolg viel mehr vom Bildungsniveau der Herkunftsfamilie ab, als in anderen Bundesländern vom Bildungsniveau. Das müsse sich ändern. Eine Weiterführung der Strategie „Starke Kinder – chancenreich“ sei dafür der richtige Rahmen.