Appell an Bundeskanzlerin

8. April 2019
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Flüchtlinge Boot
© Irish Defence Forces

Rettung von Flüchtlingen aus Seenot

Offener Brief an Bundeskanzlerin erzielt große Resonanz

Mit einem gemeinsamen Appell für eine Reform der Flüchtlingspolitik hat ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen ein weltweites Echo ausgelöst. 250 Organisationen, darunter die Diakonie Baden, haben den offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel unterschrieben. Darin fordern sie einen Notfallplan für die Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer.

Die Organisatoren des Briefes sind überwältigt von der medialen Resonanz auf die Initiative. Alle großen deutschen Radio- und Fernsehstationen haben berichtet. Printmedien wie der Spiegel, Die Zeit, Die Welt, Frankfurter Rundschau und andere haben sich in ihren gedruckten Ausgaben oder Online des Themas angenommen. Auch zahlreiche internationale Medien, drunter die chinesische Xinhua, gingen auf das Schreiben ein.

Die Initiatoren wollen nun auf kommunaler und regionaler Ebene mit Aktionen für ihr gemeinsames Anliegen werben. Der offene Brief soll für die Lobbyarbeit gegenüber

Stadträten und Gemeinden genutzt werden. Ziel sei es, den Druck von unten zu erhöhen.

Der Brief an die Bundeskanzlerin ist in Reaktion auf die europäische Flüchtlingspolitik entstanden. Die EU hatte kürzlich entschieden, für die Mittelmeer-Mission "Sophia" keine Schiffe mehr einzusetzen. Das hatte für Empörung bei Flüchtlingshelfern gesorgt, zumal die Schiffe der Mission immer wieder auch gekenterten Migranten das Leben gerettet hatten.

"Wir sind erschüttert angesichts der gegenwärtigen europäischen Politik, die immer stärker auf Abschottung und Abschreckung setzt - und dabei tausendfaches Sterben billigend in Kauf nimmt", heißt es in dem veröffentlichten Schreiben.

 >> Offener Brief an die Bundeskanzlerin (PDF)
Drei Forderungen aus der Zivilgesellschaft: Notfallplan für Bootsflüchtlinge/ ”Sichere Häfen” ermöglichen/ Keine Rückführung nach Libyen