Altersarmut nimmt zu

12. September 2019
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Altersarmut nimmt zu

© fotolia U. J. Alexander

Rentner beim Pfandflaschen sammeln

 

 

Das Diakonische Werk Baden fordert konsequente Maßnahmen zum Schutz vor Altersarmut. Verbandschef Urs Keller sagte, die jüngste Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) müsse ein Weckruf an die Politik sein. Wer diese Signale ignoriere, handele fahrlässig zulasten breiter Bevölkerungsschichten.  

Keller sagte, auch in einer im Vergleich reichen Region wie Baden-Württemberg führe Armut zu Ausgrenzung. Das höchste Armutsrisiko trügen nach wie vor Erwerbslose, Geringqualifizierte, Alleinerziehende und kinderreiche Familien. Das sei nicht neu und genau das sei der Skandal. Die Zahlen gingen nicht zurück. Die jetzige Studie zeige vielmehr, dass sich die Entwicklung noch verschärfe.  

Der Vorstandsvorsitzende forderte die Politik auf, sich endlich auf tragfähige Lösungen für Grundeinkommen und Grundrente zu einigen. Wohnen und die Entscheidung für die Familie dürften im Alter nicht zum Armutsrisiko werden. Zudem müssten präventiv die Weichen gestellt werden hin zu einer aktiven Arbeitsmarktpolitik, die öffentliche Beschäftigung für Langzeitarbeitslose fördere. Die Grundsicherung müsse auf ein Niveau angehoben werden, das Teilhabe und Würde ermögliche. Außerdem forderte Keller dringend Investitionen in die Bildung.  

Nach der heute vom DIW veröffentlichten Studie droht Altersarmut in Deutschland deutlich zu wachsen. Demnach muss in 20 Jahren mehr als jeder fünfte Rentner mit Altersarmut rechnen.