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Jugendliche sehnen sich nach Familie und Ehrlichkeit

Jahresbericht 2004 der Diakonie Baden ist da
250 Schüler befragt

Jugendliche wünschen sich Menschen, die ihnen zuhören. Als Werte stehen bei Jugendlichen zwischen 13 und 21 Jahren vor allem Familie, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit im Kurs. Das haben Gespräche mit rund 250 Jugendlichen ergeben, die im Jahresbericht 2004 „Voll das Leben“ der Diakonie Baden veröffentlicht sind.

„Familie ist für Jugendliche ein Zeichen für Verlässlichkeit,“ hat Schulsozialarbeiterin Petra Zai-Englert von der Diakonie Emmendingen festgestellt. Die zunehmende Zahl an Teenagerschwangerschaften deutet Zai-Englert als Ausdruck einer Sehnsucht von Jugendlichen nach Familie und Geborgenheit. Dass Familie nicht nur Ort der Sehnsucht, sondern auch Ort der Probleme vieler Jugendlicher ist, zeige, dass die Zahl der Verwahrlosungen von Jugendlichen immer mehr zunehme, so die Sozialarbeiterin. Zai-Englert: „Jugendliche brauchen mehr Möglichkeiten, ihre Sorgen und Nöte loszuwerden. Am besten sind fest ritualisierte Zeiten in Familien, von denen die Kinder und Jugendlichen wissen, dass ihnen jemand zuhört. Viele Kinder seien stattdessen bis spät abends allein zu Hause, wenn die Eltern berufstätig sind. Zugenommen hätten auch Depressionen bei Kindern und Jugendlichen, die mit ihren Problemen nicht mehr klar kommen und nicht wissen, woher sie Hilfe bekommen können.

„Diakonie will eine Adresse für Jugendliche sein und Jugendliche sind eine Adresse der Diakonie.“ Diese Bilanz zieht Johannes Stockmeier, Hauptgeschäftsführer des Diakonischen Werkes Baden aus den Ergebnissen des Jahresberichtes. Stockmeier: „Wir bleiben an den Jugendlichen dran. Darauf können sie sich verlassen.“ Im gleichen Zuge fordert Stockmeier mehr soziale Präventionsarbeit an Schulen und eine Weiterführung der Schulsozialarbeit. Dabei appelliert Stockmeier an die Verantwortung des Landes für die Entwicklung Jugendlicher. Der Bedarf an Hilfeangeboten für Jugendliche wachse immer mehr, so der Theologe. Dies will Stockmeier auch in zukünftige Gespräche mit Politikern einbringen. „Die Klassen in den Schulen sind zur Zeit so groß, dass dort mehr Probleme entstehen als gelöst werden,“ sagt Jürgen Rollin, Geschäftsführer für Jugend, Familie und Soziales im Diakonischen Werk Baden. Aufgabe der Diakonie sei, die „Rahmenbedingungen von Kindern in den Blick zu nehmen, in denen sie aufwachsen“, so Rollin. „Kinder können nicht allein wegstecken, was sie in der Gesellschaft erleben.“ Wenn an der Schulsozialarbeit in Baden-Württemberg gespart werde, entstünden hohe Folgekosten für die gesamte Volkswirtschaft, so Rollin. Die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen dürften in Baden-Württemberg nicht zu einem „Verschiebebahnhof“ werden.

Mit einer großen Palette an Hilfsabgeboten wolle die Diakonie Jugendliche unterstützen. Von der psychologischen Beratungsstelle bis zur stationären Jugendhilfe. In den Schulen der Erziehungshilfe, die zur Diakonie Baden gehören, wollen die Lehrkräfte Jugendlichen, die keine eigene Strategie für die Bewältigung ihrer Lebensprobleme haben, helfen, in verlässlichen Strukturen aufzuwachsen, Sicherheit durch Rituale zu finden, Ehrlichkeit und Lehrende, von denen sie erleben, dass sie ernst genommen werden, sagt Werner Litschauer von der Hohbergschule Bretten. Die Hohbergschule wolle die Werte Jugendlicher stärken und ihnen helfen, Selbstsicherheit zu gewinnen. Bekannter will die Diakonie Baden ihre Angebote durch den neuen Jahresbericht machen, aber auch ab Januar 2005 durch eine spezielle Jugendrubrik auf der homepage. Der Jahresbericht soll auch in Schulen eingesetzt werden.

Der Jahresbericht 2004 kann kostenfrei bestellt werden unter
Fax: 0721-9349307 oder oeffentlichkeitsarbeit@diakonie-baden.de

Zukunft und Beruf (PDF-Datei)

letzte Aktualisierung am 10. Dezember 2004

 
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