Auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem
Wir verstehen die Weiterentwicklung des Schulwesens in Richtung einer Schule, die inklusiv arbeitet, als einen gesamtgesellschaftlichen Prozess. Dies erfordert eine hohe Bereitschaft zu Weiterentwicklung und Veränderung. Die Entwicklung und Umsetzung einer inklusiven Schule im Flächenland Baden-Württemberg verlangt einen rechtlichen Rahmen, sorgfältige Umsetzungsschritte, die Bereitstellung angemessener Ressourcen und eine festgeschriebene Zeitschiene. Ebenso eine ausreichende Finanzierung des Umsteuerungs- und Entwicklungsprozesses.
Präambel
Jeder Mensch ist in seiner Einzigartigkeit Gottes Geschöpf. Gemäß der vorbehaltlosen Liebe steht ihm in seiner Verschiedenheit und Besonderheit ein Platz als Teil der Gemeinschaft zu. Im Wirken Jesu wird sichtbar, wie er Menschen vom Rand in die Mitte stellt und dabei Berührungsängste überwindet. Auf Basis dieser christlichen Grundhaltung verfügen die diakonischen Schulträger über eine historisch gewachsene pädagogische Tradition mit hoher Fachlichkeit, speziell in der Gestaltung von Bildungsprozessen mit und für junge Menschen.
Leitgedanken
Unsere Leitgedanken orientieren sich am Recht eines jeden Menschen auf Bildung und Teilhabe, unabhängig von Geschlecht, sozialer Herkunft, Kultur, Religion, Behinderung oder Benachteiligung.
Wir treten für ein inklusives Schulsystem ein, das
- die Bildungsqualität für alle Lernenden verbessert,
- die sonderpädagogische Kompetenz in die Regelschule integriert und
- die Teilhabe für alle in allen Bildungs- und Lebensbereichen ermöglicht.
Unser Selbstverständnis ist es, die hohe Qualität und die damit verbundene professionelle Ausrichtung, die wir in der Sonderpädagogik entwickelt und erreicht haben, in alle Schularten zu integrieren.
Dabei sind das Wunsch- und Wahlrecht der Erziehungsberechtigten und der jungen Menschen, Aspekte des Kinderschutzes und das Recht auf Rehabilitation angemessen zu berücksichtigen.
Bedingungen
a) auf der Ebene von Personal und Unterricht:
- Eine positive Grundhaltung aller Mitarbeitenden gegenüber unterschiedlichsten Lebensausprägungen ist selbstverständlich.
- Eine sonderpädagogische Grundkompetenz ist bei allen pädagogischen Fachkräften vorhanden.
- Schulbetrieb und Unterricht sind mit multiprofessionellen Teams ausgestattet.
- Teamteaching ist anerkannt und konzeptionell verankert.
- Ein lernzieldifferenter Unterricht wird auf der Grundlage von Förderdiagnostik und individueller Förderpläne gestaltet.
- Schulbetrieb und Unterricht richten sich an den individuellen Lebenswelten der Schüler aus.
b) Auf baulich-technischer Ebene
- Eine konsequente (barrierefreie) Zugänglichkeit sowohl zu Räumen als auch zu Lernmaterial ist selbstverständlich.
- Ein zusätzliches Raumangebot , das speziellen Bedarfen der unterschiedlichen Schüler entspricht (Rückzug, Therapie, Pflege, etc.) ist vorhanden.
- Eine bedarfsgerechte technische Ausstattung ist gegeben.
c) Auf der Ebene Fortbildung und Entwicklung
- Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Lehrer an die Erfordernisse von inklusivem Unterricht ist angepasst. z.B.:
- sonderpädagogische Module in allen Lehramtsstudiengängen
- Fortbildung in der Unterrichtung heterogener Lerngruppen
- Konzepte zur Entwicklung und Stärkung der Kooperationsfähigkeit
- und vieles mehr - Die Weiterentwicklung der Sonderschulen zu Bildungs- und Beratungszentren ist in die Wege geleitet.
Einrichtungen der Diakonie Baden:





