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Inklusion kann man nicht verordnen - Inklusion muss wachsen

Jahresmagazin des Diakonischen Werkes Baden 2011 macht das Thema Inklusion lebensnah

Titel des Jahresberichts 2011

Um Inklusion, ein gleichberechtigtes Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen zu ermöglichen, müsse die Einführung des persönlichen Budgets effektiver gestaltet werden. Außerdem bräuchten stationäre Einrichtungen auskömmliche Entgelte, um entsprechend modernisieren zu können. Das fordert das Diakonische Werk Baden anlässlich der Vorstellung ihres Jahresmagazins 2011 zum Thema Inklusion.

Oberkirchenrat Urs Keller, Vorstandsvorsitzender

„Inklusion können wir nicht von heute auf morgen erreichen. Inklusion ist ein Prozess und muss wachsen," so Oberkirchenrat Urs Keller, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes Baden. „Inklusion kann man nicht verordnen. Wenn man das versucht, dass ist sie zum Scheitern verurteilt und führt zum Gegenteil, zur Exklusion," so der Theologe und Soziologe. Der erfolgversprechendste Schritt zu einer inklusiven Gesellschaft sei, wenn Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam aufwachsen.

Die Diakonie Baden befasst sich in ihrem aktuellen Magazin deshalb mit dem Thema Inklusion, weil Bund, Länder und auch Verbände durch die 2006 verabschiedete UN-Konvention dazu verpflichtet sind, die Voraussetzungen zu schaffen, damit ein gleichberechtigtes Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen möglich wird.

Robert Bachert, Vorstand

Um die diakonischen Einrichtungen in Baden entsprechend zu modernisieren und umzustrukturieren, seien Investitionen in Höhe von rund 700 Millionen Euro notwendig, so Finanzvorstand Robert Bachert. Das Diakonische Werk Baden habe für seine Mitglieder einen Darlehensfonds bereit gestellt. Der allein reiche jedoch nicht aus. Bachert: „Wir brauchen angemessenere Entgelte für die Einrichtungen und Stadtentwicklungsprogramme." „Es wäre naiv zu denken, unsere Gesellschaft hätte auf das Thema Inklusion gewartet. Ob eine inklusive Gesellschaft entstehen kann, ist eine Frage des Menschenbildes. Wir haben noch einen langen Weg vor uns," so der Soziologe Keller.

Kirchenrat Jürgen Rollin, Fachvorstand

Wie Inklusion in Baden-Württemberg voran komme, sei eine Frage des Ressourceneinsatzes, der Ressourcensteuerung und wie ernst eine Gesellschaft das Selbstbestimmungsrecht auch behinderter Menschen nehme", so Kirchenrat Jürgen Rollin, Fachvorstand im Diakonischen Werk Baden. Für die stationären Einrichtungen der Diakonie in Baden konkretisiere sich das Thema Inklusion im Stichwort Dezentralisierung und in der Erschaffung neuer Wohnformen außerhalb von Heimen. Rollin: „Stationäre Einrichtungen werden auch weiterhin für Menschen mit Behinderungen notwendig bleiben. Manche möchten nicht selbstständig wohnen sondern in der Einrichtung bleiben, weil sie dort zuhause sind."

Roswitha und Fridrich Walther, die beiden Protagonisten des Jahresmagazins haben den Schritt ins selbstbestimmte Leben gewollt und gewagt. Sie zogen aus dem Martinshaus in Berghausen aus, heirateten und leben gemeinsam in einer Mietwohnung im Ort. Ein Sozialarbeiter des Martinshauses steht ihnen zur Verfügung. Jeder von beiden hat außerdem einen gesetzlichen Betreuer. Antje Grihn, Leiterin des Martinshauses, freut sich über den Schritt ihrer beiden ehemaligen Bewohner: „Roswitha und Fritz Walther haben gut Fuß gefasst. Die Anfangsschwierigkeiten sind vergessen."

Das Jahresmagazin 2011 des Diakonischen Werkes Baden ist inklusiv. Gemeinsam mit den beiden Hauptpersonen wurden Interviewpartner aus ihrem Umfeld ausgewählt, um das Lebensgefühl der beiden Betroffenen, Reaktionen, Denk- und Verhaltensweisen ihres Umfeldes anschaulich deutlich zu machen. Das Magazin mit dem Titel „Lebensgefühl" ist als Printausgabe kostenfrei erhältlich.

Innerhalb der badischen Diakonie gibt es mehr als 100 Angebote für Menschen mit Behinderungen. Rund 3.000 Mitarbeitende sind für 10.000 Betroffene in Heimen, Tagesgruppen, Werkstätten und betreutem Wohnen zuständig.

Stand: 19.01.2012

Einrichtungen der Diakonie Baden:


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