Ausgangslage

1 091 894 Menschen sind 2015 nach Deutschland gekommen. 97 822 kamen von Januar bis Dezember nach Baden-Württemberg. Die meisten von ihnen stammen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Mehr als 60% der neu ankommenden Asylsuchenden bleibt mittel- und längerfristig in Deutschland. Die Landespolitik steht vor der Herausforderung, hier die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Schutz von Flüchtlingen gewährleisten und die Integration der Menschen von Anfang an fördern.

Alle neu ankommenden Asylsuchenden müssen sich in Baden-Württemberg zunächst in der Erstaufnahmeeinrichtung in Karlsruhe melden. Darüber hinaus gibt es in Baden Aufnahmestellen in Mannheim, Heidelberg, Freiburg, Schwetzingen, Wertheim, Hardheim, Sasbachwalden, Villingen und Donaueschingen. Nach der Erstaufnahme werden die Asylbewerber/-innen dann auf die Stadt- und Landkreise verteilt in die sogenannte "vorläufige Unterbringung". Die Kreise müssen die Personen während des Asylverfahrens maximal 2 Jahre lang unterbringen. Nach Abschluss des Asylverfahrens - sofern nicht die Aufenthaltsbeendigung erfolgt - bzw. spätestens nach 2 Jahren, werden die Familie und Einzelpersonen dann auf die Gemeinden im Kreis zur sogenannten "Anschlussunterbringung" verteilt. Spätestens dann sollen die Menschen in normalen Wohnungen leben.

Asylpaket II - Änderungen im Asylrecht

Was ändert sich im Asyl- und Ausländerrecht? (eine Übersicht des epd)

Weitere aktuelle Informationen zum Thema Flucht und Migration:

www.ekiba.de/migration

Weitere aktuelle Informationen bietet auch der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg:

www.fluechtlingsrat-bw.de

Flüchtlingsarbeit der Diakonie

Die Evangelische Landeskirche in Baden stellt bis Ende 2018 insgesamt 11,2 Millionen Euro für die kurz- und mittelfristige Flüchtlingsarbeit zur Verfügung. Mit dem Geld werden im Wesentlichen zusätzliche Stellen finanziert. Über einen Fonds sollen Initiativen der Kirchengemeinden schnell und unbürokratisch finanziert werden. Die Diakonie engagiert sich in enger Zusammenarbeit mit anderen Verbänden auf vielfältige Weise in der Flüchtlingshilfe. Neben kirchlich finanzierten Fachberatungsstellen ist sie verantwortlich für die Verfahrens- und Sozialberatung in den Erstaufnahmeeinrichtungen, übernimmt Flüchtlingssozialarbeit in den Stadt- und Landkreisen und in der Anschlussunterbringung. In fast allen Gemeinden und Stadtteilen sind Ehrenamtliche aktiv. Es gibt Fachstellen für die berufliche Integration der Flüchtlinge. Auch Kindertageseinrichtungen, Schulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung helfen bei der Integration.

Flüchtlingsarbeit der Diakonie Baden - Aufstellung
Maßnahmen im Überblick

Forderungen

Gelingende Flüchtlingsaufnahme erfordert ein umfassendes Maßnahmenbündel zur Integrationsförderung. Benötigt werden mehr Fachpersonal und Lehrkräfte, u.a. in der  Sprachförderung,  den Kindertageseinrichtungen, den Schulen und der Anschlussunterbringung. Schon in den Erstaufnahmeeinrichtungen sollten Kinder auf den Besuch der Regelschule vorbereitet werden. Maßnahmen und Beratung im Bereich der Anerkennung schulischer und beruflicher Qualifikationen und die Förderung des Einstiegs in den qualifizierten Arbeitsmarkt sollten deutlich ausgebaut werden. Benötigt werden Investitionsprogramme zur Finanzierung von integrativen Wohnkonzepten. Sinnvoll ist die Umstellung des Aufnahmesystems durch Verteilung unmittelbar auf die Gemeindeebene und den Ausbau dezentraler Wohn- und Unterbringungskonzepte. Einbürgerungsverfahren und Familienzusammenführung müssen vereinfacht werden. Die qualifizierte Begleitung und Unterstützung von internationalen Fachkräften ist ein wichtiger Baustein für eine zukunftsweisende Wirtschaftspolitik. Die Diakonie setzt sich ein für Maßnahmen zum Abbau von Vorurteilen, gegen Fremdendfeindlichkeit und Rassismus. Sie sind unerlässlich für den Erhalt des sozialen Friedens in Baden-Württemberg.   

Wie können Sie Flüchtlinge unterstützen?

Flüchtlinge benötigen Unterstützung in sehr vielen Bereichen. Die Menschen freuen sich, wenn ihnen mit offenen Herzen und Armen begegnet wird. In vielen Kirchengemeinden engagieren sich Einzelne und Initiativen für Flüchtlinge. An vielen Orten werden Begegnungsmöglichkeiten organisiert. Wenn auch Sie helfen wollen, wenden Sie sich am besten an die Flüchtlingsberatungsstellen in Ihrer Region. Diese wissen, welche Initiativen es in Ihrer Region gibt und wo Ihre Unterstützung gebraucht wird.

Vielleicht sind Sie auch Eigentümer einer Wohnung, die Sie an Flüchtlinge vermieten können oder Sie kennen jemand in ihrem Bekanntenkreis. Unsere Beratungsstellen in der Flüchtlingsarbeit sind dankbar um jede Mietwohnung, die für Flüchtlingsfamilien bzw. als Wohngemeinschaften für Einzelpersonen zur Verfügung gestellt werden kann. Die angemessenen Mietkosten werden in der Regel von den Unterbringungsbehörden übernommen. Dabei werden bedingt durch die aktuellen Konflikte und Krisen Wohnungen stets für konkrete Personenkreise (z. B. Familien, Alleinstehende, Wohngemeinschaften etc.) gesucht. Selbstverständlich kann der Vermieter entscheiden, an welche Person er die betreffende Wohnung vermieten möchte. Auch hier stehen Ihnen die Flüchtlingsberatungsstellen helfend zur Seite.

Kontakt zu den Beratungsstellen vor Ort

Wenn Sie allgemein helfen möchten, gerne können Sie auch Ihr Pfarramt vor Ort oder das Diakonische Werk bei Ihnen im Kirchenbezirk ansprechen. Diese wissen, welche Unterstützung bei Ihnen vor Ort benötigt wird.

Viele Menschen in Deutschland engagieren sich für Flüchtlinge. Wo und wie Sie helfen können, welches Engagement zu Ihnen passt und worauf Sie achten müssen, skizziert diese Übersicht.

Wie ich mich für Flüchtlinge engagieren kann.

Hilfe für Ehrenamtliche und Hauptamtliche

Um Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen bei der Arbeit mit Flüchtlingen zur Seite zu stehen, haben wir neue Broschüre aufgelegt. Unter dem Titel „Flüchtlinge begleiten“ werden auf mehr als 50 Seiten ausdifferenziert Informationen zum Thema geboten.

Handreichung "Flüchtlinge begleiten": Bestellung und Download

Weitere Materialien

 

Migration

Migration wird vom Bundesamt für Migration und Flucht als eine räumliche Verlegung des "Lebensmittelpunkts" definiert. Dazu gehört sowohl die Binnenmigration (innerhalb eines Landes) als auch die internationale Migration (über Staatsgrenzen hinweg). Emigration bzw. Immigration geschieht aus unterschiedlichen Gründen. So migrieren Menschen freiwillig - z.B. weil sie sich von der neuen Heimat bessere Lebensstandards durch höhere Jobchancen oder bessere Gesundheits- und Bildungssysteme erhoffen - oder unfreiwillig. Zu letzterem werden Flüchtlinge, die beispielsweise vor politischer Verfolgung fliehen, oder auch Opfer von Menschenhandel oder Ähnlichem gezählt.

Deutschland ist schon seit über 100 Jahren ein Migrationsland. Vor und nach den beiden Weltkriegen kamen Millionen von sogenannten "Gastarbeiter/-innen" nach Deutschland, viele blieben für immer. Später kamen Aussiedlerinnen und Aussiedler aus ehemals deutschen Gebieten. Heute leben hier Menschen unterschiedlichster Herkunft, Kultur und Religion zusammen.

Im Jahr 2014 ist Baden-Württemberg das Flächenbundesland mit dem zweithöchsten Anteil von Bewohnern/-innen mit Migrationshintergrund. Ca. 27% der Bevölkerung hat Migrationshintergrund, also fast jede/-r Dritte. 2014 sind ca. 250.000 Menschen aus dem Ausland nach Baden-Württemberg zugezogen, gleichzeitig sind aber auch ca. 165.00 Menschen ins Ausland weggezogen. Der größte Anteil dieser Zuwanderinnen und Zuwanderern sind EU-Bürger/-innen, die von ihrem Recht auf Freizügigkeit Gebrauch machen. Ansonsten finden viele ausländische Studierende, internationale Fachkräfte, Migranten/-innen, die über Familienzusammenführungen kommen, Flüchtlinge u.A. ihren Weg nach Baden-Württemberg.

2015 hat besonders die Zahl der Flüchtlinge stark zugenommen (ca. 100.000 Asylzugänge in BW, von denen ca. 60 % nach Abschluss des Asylverfahrens längerfristig in Deutschland bleiben werden). Die anderen Zuwanderungsgruppen stellen aber nach wie vor den größeren Anteil an Zuwanderung dar.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen zu:

Arbeitsmigration
Aussiedler/-innen
Frauen und Kinder
Illegalität

 

 

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weitere Informationen:

Zum Thema Migration auf den Seiten der Landeskirche:

ekiba.de/Migration

Zahlen zu Flüchtlingen in Deutschland und Baden-Württemberg:

Flüchtlingszahlen 2015 für Deutschland

Flüchtlingszahlen 2015 für Baden-Württemberg

Welcome Center:

Informationen und Begleitung für Einrichtungen und internationale Fachkräfte in Baden-Württemberg