Löhne haben unmittelbaren Zusammenhang mit Refinanzierung

Vorstandsvorsitzender Urs Keller und die Delegierten der Mitarbeitervertretungen der diakonischen Einrichtungen in Baden setzen sich für gerechte Entlohnung ein.


15.02.2012 - Arbeit und Existenz, Allgemein

Vorstandsvorsitzender der Diakonie Baden Oberkirchenrat Urs Keller

Politik und Gesellschaft müssen sich die Frage stellen, was ihnen die Pflege wert ist. Derzeit seien die Pflegekassen nicht bereit, in der Aushandlung der Pflegesätze zu berücksichtigen, dass die Diakonie in Baden ihre Fachkräfte nach Tarif bezahlt. Diakonische Altenhilfeeinrichtungen seien bereits unterfinanziert.

Das Diakonische Werk Baden will deshalb die Schwierigkeiten in der Finanzierung der Arbeit öffentlich „noch deutlicher benennen“. „Uns ist der Arbeit würdige und gerechte Bezahlung unserer Mitarbeitenden wichtig.“ Das sagte jetzt Oberkirchenrat Urs Keller vor Delegierten der Mitarbeitervertretungen der diakonischen Einrichtungen in Baden. Keller vertrete deshalb den "Dritten Weg".

„Wir setzen uns dafür ein, dass von den Kostenträgern akzeptiert wird, dass in der Diakonie nach Tarif gezahlt wird", sagte Keller. Er forderte Mitarbeitervertretungen und Einrichtungsleitungen auf, miteinander mehr das Gespräch zu suchen, wenn es um die Gestaltung von Tarifen für die Mitarbeitenden gehe. Laut Satzung des Diakonischen Werkes können die Mitglieder wählen, welchen Tarif sie anwenden: die Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) der Diakonie Baden oder des Diakonischen Werkes der EKD oder den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes (TVÖD). Zu dem sogenannten „Dritten Weg“, dem eigenen Arbeitsrecht von Kirche und Diakonie gehöre es, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Arbeitsrechtlichen Kommissionen (ARK) zusammenarbeiten, so Keller. In der badischen ARK würden derzeit die finanziellen Auswirkungen der geltenden Tarifwerke verglichen und bewertet.
In der badischen Synode hatte Keller, der vorher Vorstand im Diakoniekrankenhaus Freiburg war, sich dafür eingesetzt, dass die badischen Mitarbeitervertretungen in der Diakonie die gleichen Arbeitsbedingungen erhalten, wie MAVn in der EKD. Die Delegierten der Mitarbeitervertretungen bekundeten auf ihrer Tagung in Bad Herrenalb im Gespräch mit Keller, dass sie auf Seiten der Diakonie stünden und bewusst im kirchlich-sozialen Bereich arbeiten würden. Sie wünschten sich mehr Mitsprache des Landesverbandes, wenn es um Veränderung von Tarifen in Einrichtungen geht. Keller: „Ich werde mich persönlich einsetzen, wenn in einer diakonischen Einrichtung Arbeitsbedingungen nicht angemessen sein sollten."

„Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass Mitarbeitende in der Diakonie glücklich sind,“ sagte Gabriele Hamm vom Gesamtausschusses der Mitarbeitervertretungen abschließend zu Keller. In der Diakonie in Baden arbeiten derzeit mehr als 25.000 Beschäftigte.


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