Gurr-Hirsch fordert Einrichtung einer Bundesstiftung für Paare mit Kinderwunsch
Diakonie Baden Kongress "Die Würde des Menschen ist unantastbar.":
Leihmutterschaft verstößt gegen Menschenwürde

Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU) beim Kongress Soziale Arbeit 2012 der Diakonie Baden in Bad Herrenalb.

Alle Landtagsfraktionen vertreten beim Gedankenaustausch mit der Sozialen Arbeit der Diakonie. Alexander Schoch (Grüne), Jochen Haußmann (FDP), Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU), Rosa Grünstein (SPD)(v.l.n.r.)
Ist der Kinderwunsch ein Teil der Menschenwürde? Dies diskutierten heute auf dem letzten Tag des Diakonie Kongresses „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ in Bad Herrenalb Fachleute aus sozialen Arbeitsfeldern der Diakonie mit der Politik. Die CDU-Landesspolitikerin Friedlinde Gurr-Hirsch forderte in diesem Zusammenhang die Einrichtung einer Bundesstiftung, um Paare in der Verwirklichung ihres Kinderwunsches finanziell zu unterstützen.
Kinderwunschbehandlungen haben in den letzten Jahren zugenommen. Denn Kinder werden nach wie vor in der Gesellschaft als „Geschenk“ gesehen. Es dürfe aber nicht sein, dass Paare, die keine Kinder haben, sich dafür rechtfertigen müssten, denn der Kinderwunsch sei ja inzwischen medizinisch erfüllbar, so Gurr-Hirsch.
Die Focussierung auf die Erfüllung des eigenen Kinderwunsches könne sich verselbstständigen und negative Folgen für Paare und Kinder haben, haben die Beraterinnen aus der Diakonie festgestellt. Deshalb setzen sie sich dafür ein, dass neben der medizinischen Beratung und Behandlung durch Ärzte auch die Stärke der psychosozialen Beratung und Begleitung von Paaren mit Kinderwunsch eine große Rolle spielt. „Wir nehmen uns Zeit,“ so die Fachfrauen. Der psychosoziale Aspekt steht für die Praktikerinnen vor Ort deshalb im Vordergrund, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass ungewollte Kinderlosigkeit und der Wunsch nach einem Kind oft mit persönlichen Erfahrungen, Sehnsüchten, Verletzungen, Beziehungsprobleme und auch Leiden der Betroffenen verbunden ist. „Gleichzeitig nehmen wir den Kinderwunsch selbst sehr ernst,“ hieß es in der Diskussionsgruppe. „Wir beraten umfassend, denn es geht dabei um das zukünftige Leben der Paare und des Kindes,“ so die Beraterinnen.
Aktuell in der öffentlichen Diskussion ist derzeit das Thema Leihmutter. „Leihmutterschaft verletzt die Würde von Menschen,“ hieß es heute deutlich seitens der Diakonie Baden. Das Austragen einer Schwangerschaft dürfe nicht zu einer „Dienstleistung“ werden, sagte Ingrid Reutemann, Referentin für soziale Arbeit und Schwangerschaftskonfliktberatung im Diakonischen Werk Baden. Der Kinderwunsch sei für immer mehr Menschen ein so drängendes Thema, dass dafür hohe Kosten, Behandlungen im Ausland, Leihmutterschaften in Osteuropa und in Entwicklungsländern und unbegleitete Adoptionen in Kauf genommen werden, haben die Fachleute der Diakonie Baden festgestellt.
In den Schulen müsse das Fach „Alltagskompetenz“ eingeführt werden, forderte Gurr-Hirsch. Hier wollen Jugendliche auf das später selbständige Leben vorbereitet werden- auch auf ihr Leben als Familie. Die CDU-Politikerin forderte die Kirche auf, weiterhin der Gesellschaft immer wieder „einen Spiegel vorzuhalten“, wie mit Kindern und Familie umgegangen wird. Gurr-Hirsch: „Es darf nicht sein, dass Eltern, die ein behindertes Kind bekommen, sich dafür in der Gesellschaft verteidigen müssen, denn Früherkennung und moderne Medizin würden es ja jetzt möglich machen, diese Kinder nicht zu bekommen.
- Links:
- Aktuelle Bilder und Infos auch bei Facebook www.facebook.com/diakoniebaden





