Von christlichen Einrichtungen erwarten Menschen Liebe und Respekt

Pflegeforscherin Mitzscherlich auf dem Diakonie-Kongress: 

„Menschen erwarten von christlichen Einrichtungen, dass sie dort respektiert und geliebt werden. Diese Menschen dürfen nicht enttäuscht werden.“


02.02.2012 - Kongress Soziale Arbeit, Pflege

Prof. Dr. Beate Mitzscherlich, Pflegeforscherin an der Hochschule Zwickau, auf dem Diakonie-Kongress „Würde“ in Bad Herrenalb

Das sagte Prof. Dr. Beate Mitzscherlich, Pflegeforscherin an der Hochschule Zwickau heute auf dem Diakonie-Kongress „Würde“ in Bad Herrenalb.

In der sozialen Arbeit dürfe es nicht nur um möglichst perfekte Hilfe gehen. Die Wahrnehmung des Betroffenen als Person müsse an erster Stelle stehen, so Mitzscherlich vor rund 200 Fachleuten der sozialen Arbeit. Gleichzeitig gehöre es zur Würde eines Menschen, Hilfeangebote auch ablehnen zu dürfen.

„Die Achtung der Würde braucht auch strukturelle Voraussetzungen,“ so die Pflegewissenschaftlerin. Dazu gehörten angemessene Personalschlüssel, angemessene Löhne und Gehälter im sozialen und die Veränderungsbereitschaft sozialer Institutionen und Einrichtungen auf der Grundlage der Bedürfnisse ihrer Kunden und Mitarbeitenden. Das betreffe unter anderem die Offenheit für neue Wohnformen, Versorgungs- und Finanzierungsstrukturen.

 

Die Konsequenz eines würdevollen, personenzentrierten Umgangs mit Menschen in der sozialen Arbeit sei eine eins-zu-eins Betreuung, schlussfolgerte Mitzscherlich. Die sei jedoch nicht finanzierbar und „vielleicht auch eine psychisch zu große Belastung für einen Mitarbeitenden der sozialen Arbeit“, so Mitzscherlich.

In der Psychologie gäbe es bisher keine Theorie über den Begriff Würde, sagte die Wissenschaftlerin.  

Der derzeit in Bad Herrenalb stattfindende Kongress (1.2.-3.2.2012) ist der größte Kongress der Diakonie Baden. Er findet alle zwei Jahre statt. Mehr als 200 Fachleute aus Politik und sozialer Arbeit befassen sich auf der Veranstaltung mit dem diesjährigen Thema „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.


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