Baden-Württemberg hat sein Potential noch nicht ausgeschöpft

Fachkongress „Würde“ der Diakonie Baden beginnt am Mittwoch in Bad Herrenalb


30.01.2012 - Arbeit und Existenz, Allgemein, Kongress Soziale Arbeit

"Die Würde des Menschen ist unantastbar." Titel des Kongresses für Sozialarbeit der Diakonie Baden in Bad Herrenalb.

In Baden-Württemberg gäbe es noch mehr Potential, um sozial schwachen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen, teilte heute die Diakonie Baden in ihrer Auftaktpressekonferenz zu ihrem größten Kongress im Jahr mit, der ab Mittwoch (1.2.) in Bad Herrenalb stattfindet. Mehr als 200 Fachleute aus Politik und sozialer Arbeit haben sich für die Veranstaltung mit dem Thema „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ angemeldet.

Inhalt des Kongresses sind Erfahrungsaustausch und Meinungsbildung unter Fachleuten der sozialen Arbeit, Diskussion neuer Impulse aus Wissenschaft und Forschung und ein Gespräch mit Sozialexperten der Landespolitik über die Lebenswelten und Bedürfnisse von Menschen in Baden-Württemberg und Ideen sozialer Hilfen. Zum Beispiel neue Formen öffentlicher Beschäftigung für Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht vermittelt werden können. In einigen Bereichen der Diakonie in Baden seien in den letzten Jahren sogenannte „Ateliers“ entstanden, in denen schwer vermittelbare Menschen die Möglichkeit haben, Begabungen zu entdecken und zu leben. Die Finanzierung dieser Projekte sei jedoch durch die sogenannte Instrumentenreform (der Sozialhilfe) gefährdet, so der evangelische Wohlfahrtsverband.

Allein in Baden-Württemberg gäbe es derzeit rund 60.000 langzeitarbeitslose Menschen. Sie bräuchten eine Chance, einer sinnvollen und bezahlten Tätigkeit nachzugehen. Für sie bestünde die Gefahr prekärer Arbeitsverhältnisse und Armut im Alter.

„Wir brauchen Hilfe, die auf Augenhöhe geschieht. Hilfe, die an den Stärken der Menschen anknüpft, Hilfe, die Menschen wieder in den Lebenszusammenhang mit anderen Menschen führt,“ sagte Kirchenrat Jürgen Rollin, Vorstand Soziale Arbeit im Diakonischen Werk Baden heute vor Journalisten in Karlsruhe. Von der Begegnung mit Landespolitikern auf dem Kongress erhofft sich die badische Diakonie eine Verständigung über soziale und arbeitsmarktpolitische Prioritäten im Land.


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