Verbandsentwicklung


26.01.2018 -

Das Diakonische Werk Baden ist ein christlicher Wohlfahrtsverband. Die zunehmende Säkularisierung und Multi Religiosität der Gesellschaft stellt deshalb für den Verband eine besondere Herausforderung dar. Macht man „weiter so“? Stellt man sich neu auf? Erfindet man Kirchlichkeit neu?

Unter diesem Fokus hat das Diakonische Werk Baden einen Verbandsentwicklungsprozess angeschoben. Gemeinsam mit den Mitgliedseinrichtungen sollen verbindliche Zielvorgaben entwickelt werden für einen zwei Jahre dauernden Beratungs-und Gestaltungsprozess. Unter der Überschrift „Diakonische Kultur als Managementaufgabe“ sollen Ideen entwickelt werden, die von den Teilnehmenden in weiten Teilen verbindlich umgesetzt werden sollen.

Die religiösen Rahmenbedingungen haben sich geändert. Vor hundert Jahren galt, das Christliche Leitung und christliche Mitarbeitende die christliche Prägung einer Einrichtung garantieren. Heute leben wir in einer multioptionalen, multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft. Die Mitarbeiterschaft in der Diakonie hat sich entsprechend stark ausdifferenziert. Die aktive Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinschaft kann nicht mehr selbstverständlich vorausgesetzt werden. Nicht mehr vorrangig die Mitarbeitenden sind also für die Kirchlichkeit verantwortlich, vielmehr ist es Aufgabe des Managements, diese kontinuierlich zu entwickeln. Am Ende aber müssen die Menschen, die sich der Diakonie anvertrauen, den Unterschied spüren, was es heißt, in einer christlichen Einrichtung zu sein.

Gemeinsam mit seinen Mitgliedern will das Diakonische Werk Baden entwickeln, wie Kirchlichkeit in diakonischen Einrichtungen deutlich erkennbar ist. Auf vier Themenfeldern sollen Idee und Lösungen erarbeitet werden:

1.    Im Bereich der Personalentwicklung wird geprüft, welche Regeln es im Umgang mit Mitarbeitenden gibt. Welches Leitbild liegt zugrunde? Wie sehen die Arbeitsbedingungen aus? Welche Unterstützung können Mitarbeitende in schwierigen Lebenssituationen erwarten?

2.    Die Beziehungen von Einrichtungen und ihren Kirchengemeinden wird analysiert. Welche Kontakte bestehen? Wie intensiv sind diese und welche Kooperationen mit anderen diakonischen Angeboten/Diensten gibt es?

3.    Im Bereich der Spiritualität und Riten: welche Unterschiede gibt es in diakonischen Einrichtungen im Unterschied zu nicht christlich geprägten Angeboten? In welchem Rahmen finden Sitzungen statt? Wie sind Räume gestaltet? Gibt es Angebote interreligiösen Trainings?

4.    Schließlich geht es um Managementinstrumente. Wie ist die Beziehung zwischen Führung und Mitarbeitervertretung? Wie werden Mitarbeiter anderer Religionen integriert? Welchen Stellenwert hat Gesundheitsmanagement und wie wird mit Fehlern und Konflikten umgegangen?

Am 26. Januar haben sich erstmals Vertreter des Dachverbandes und seiner Mitglieder in Karlsruhe getroffen. Bei dem Treffen verständigten sie sich auf das gemeinsame Vorgehen. Nach zwei Jahren sollen die Ergebnisse ausgewertet und überprüft werden. Was sich bewährt hat, soll dann an andere Einrichtungen und Dienste weitergegebene werden. Die Diakonie in Baden soll so ein moderner und spürbar christlicher Wohlfahrtsverband bleiben.

 


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