Diakoniepreis 2016 verliehen


10.03.2016 - Kongress Soziale Arbeit

Preisträger der DiakoniePreis 2016

Preise gehen nach Mannheim, Freiburg und Weinheim

Das Diakonische Werk Baden hat hervorragende Projekte zur sozialen Arbeit ausgezeichnet. Der mit insgesamt 7.000.- Euro dotierte Diakoniepreis geht an ein Projekt des Diakonischen Werks Mannheim, ein Projekt des Diakonischen Werks Freiburg in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Thessaloniki und ein Projekt des Pilgerhaus Weinheim.

Der mit 4.000 Euro dotierte erste Preis geht an den Diakonieverein im Diakonischen Werk Mannheim. Mit einem eigenen, besonderen Betreuungsangebot hat man dort eine Antwort gefunden auf fehlende Betreuungsangebote der Stadt. Innerhalb von vier Jahren hat sich das Projekt zu Mannheims größtem Anbieter bei der Betreuung von Grundschülern in der unterrichtsfreien Zeit entwickelt. Aktuell kümmern sich 55 Betreuer an zehn verschiedenen Standorten um 310 Kinder. Die Betreuer sind sogenannte „in Erziehung erfahrene Personen“. Das sind Frauen und Männer, die selber Kinder erziehen oder erzogen haben, und nun in Teil- oder Vollzeit ihre Erfahrungen für andere Kinder einsetzen. Die Jury überzeugte der breite Nutzen des Projekts. Es biete Kindern Zeit und Raum zum Spielen. Dabei fördere es gleichzeitig das Zusammenleben von Kindern aus 20 verschiedenen Nationen. Eltern biete es die Möglichkeit, Familien und Beruf miteinander zu vereinbaren. Soziale Härten könnten vermieden werden. Das Betreuungsprojekt sei darüber hinaus ein Jobmotor. 55 Personen hätten einen Arbeitsplatz gefunden, der nach Tarif bezahlt werde und Aus- und Weiterbildungsangebote biete. Angeleitet werden sie von Sozialpädagogen. Das Projekt, so die Jury, kenne nur Gewinner und sei schon deshalb preiswürdig.

Den zweiten Preis in Höhe von je 1.500.- Euro teilen sich die die Kandidaten aus Freiburg und Weinheim. Die Jury zeichnete das Projekt „Von mir zu dir“ des Diakonievereins im Diakonischen Werk Freiburg aus. Dabei geht es um die Errichtung eines Secondhand-Ladens in Thessaloniki. Dem ging eine jahrelange Planung zusammen mit Partnern aus der Schweiz, Frankreich und Österreich voraus. Gegen Widerstände der Regierung in Athen konnte das Konzept mit europäischen Fördermitteln ins Leben gerufen werden. Anfang Februar eröffnete der Secondhand-Laden in der griechischen Metropole. Das Bundesinstitut für Berufsbildung attestierte dem Projekt hervorragende Qualität und ein sehr gutes Ergebnis. Die Jury überzeugte das Freiburger Engagement, weil es in europäischen Dimensionen denke und auf einen echten Bedarf vor Ort reagiere. Es sei so angelegt, dass Hilfe dauerhaft gewährleitet sei. Dabei sei insbesondere die Leistung zu würdigen, die Kraft von verschiedenen europäischen Partnern zu bündeln, um einen fünften Partner, die Evangelische Gemeinde deutscher Sprache in Thessaloniki, zu unterstützen.

Das Projekt des Pilgerhaus Weinheim trägt den Titel „Für jedes Bett ein Quilt“. Es richtet sich insbesondere an Frauen aus den Weinheimer Flüchtlingsunterkünften, aber auch an Weinheimerinnen direkt. Zunächst waren die Treffen einmal im Monat geplant. Wegen der großen Nachfrage wird die Nähwerkstatt nun bereits wöchentlich angeboten. Das Projekt bietet den Frauen einen geschützten Raum. Hier können sich Flüchtlinge und Einheimische treffen. Aus den gespendeten Stoffen nähen sich die Frauen neben dem Quilt (einer Tagesdecke) auch Kleider für ihre Babys oder reparieren Kleidungsstücke ihrer Familie. Das Pilgerhaus begleitet die Nähwerkstatt mit Personal in Abstimmung mit den Flüchtlingsunterkünften und der Integrationsbeauftragten der Stadt Weinheim. Außerdem stellt das Pilgerhaus Raum, Getränke sowie Material zur Verfügung und sorgt für die Kinderbetreuung. Die Jury beeindruckte, dass mit relativ wenigen Mitteln und einer guten Idee Gutes in mehrfacher Hinsicht geschaffen werden kann. So biete das Projekt die Möglichkeit, dem Alltag in den Flüchtlingsunterkünften zu entrinnen und gleichzeitig eine konkrete Aufgabe. Der Beitrag des Projekts als Integrationsmöglichkeit sei nicht hoch genug zu bewerten.

Das Diakonische Werk der Evangelischen Landeskirche in Baden e. V. ehrt mit dem Diakonie-Preis die Entwicklung zeitgemäßer diakonischer Arbeitsformen. Er wird 2016 zum vierten Mal vergeben und alle zwei Jahre ausgelobt. Der Preis wird finanziert vom Versicherer im Raum der Kirche (Bruderhilfe Pax Familienfürsorge). Die Jury setzt sich zusammen aus Vertretern von Kirche, Diakonie, Wirtschaft und kommunaler Ebene. Die Preisverleihung fand am frühen Abend des 10. März 2016 Uhr im Rahmen eines Festakts anlässlich des Kongresses der Diakonischen Sozialen Arbeit im Haus der Kirche in Bad Herrenalb statt.


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