Woche der Diakonie 2017

Die nächste "Woche der Diakonie" wird

vom 24. Juni bis zum 2. Juli 2017 stattfinden.

Die Diakonie ist dort, wo man Sie braucht. Fast in jedem Ort in Baden ist sie mit ihren insgesamt 2.000 Angeboten präsent, um Menschen zu helfen. Etwa 35.000 Hauptamtliche und zahlreiche Ehrenamtliche greifen ihre Aufgaben gemeinsam an.

Kindergärten. Krankenhäuser, Unterstützung für Jugendliche, Alleinerziehende und junge Familien, Arbeitslosenprojekte, Bahnhofsmissionen, Sozialstationen, Inklusionsangebote für Menschen mit Behinderungen, Anlaufstellen für Wohnungslose, stationäre und ambulante Angebote für ältere Menschen, häusliche Pflege und Pflegeheime…und nicht zuletzt und in zunehmendem Maße Hilfen für Menschen, die auf ihrer Flucht zu uns gekommen sind.  

Ein breites Spektrum – jedoch ist die Finanzierung vieler Arbeitsbereiche längst nicht ausreichend. Spenden sind dringend nötig, um auch in Zukunft diese wichtigen Angebote zu ermöglichen und auf neue Entwicklungen reagieren zu können.

Die Woche der Diakonie fördert ganz besonders Initiativen, die ohne zusätzliche Mittel nicht umzusetzen wären. Viele Projekte, die ganz konkret Menschen helfen, brauchen die Sammlung der Diakonie, um verwirklicht werden zu können!

Diakonisches Tun ist die gemeinsamen Aufgabe aller in unserer Kirche. So wird Nächstenliebe lebendig.

„Wohlfahrtsverbände sind unverzichtbar“

 

Woche der Diakonie in Offenburg eröffnet

Mit einem großen Bühnenprogramm in der Innenstadt von Offenburg ist die Woche der Diakonie 2017 eröffnet worden. Zahlreiche Zuschauer erlebten einen anspruchsvollen Mix aus musikalischer Unterhaltung und politischen Gesprächsrunden. Zahlreiche Einrichtungen der Diakonie in der Ortenau präsentierten ihre Leistungen. Für Besucher gab es Mitmachangebote, Speisen und Getränke.

  • Woche der Diakonie

 

„Geht’s noch? – Diakonie gegen Armut!“,


so lautet das Motto der Sammlungsaktion in diesem Jahr. Pressesprecher Christian Könemann hatte sich Gäste aus Politik, Kirche und Diakonie auf die Bühne geladen. In einer ersten Runde trafen der Bundestagsabgeordnete und Rentenexperte Peter Weiß und der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Baden, Urs Keller, aufeinander.

Weiß gab zu, dass es der Politik in der Vergangenheit nicht gelungen sei, wirksame Instrumente gegen Armutsrisiken, insbesondere für Kinder und ältere Menschen, zu finden. Deutschland gehe es wirtschaftlich gut. Einige Gruppen profitierten davon aber nicht. Weiß plädierte dafür, die Aufstiegschancen von Kindern zu verbessern. Betroffene Familien müssten besser begleitet werden, damit der entscheidende Schritt aus dem Teufelskreis Armut heraus gelinge. Außerdem verlangte Weiß eine Ausweitung der Betreuungsangebote. Das Grundrecht auf Betreuung könne auch für Kinder im Grundschulalter gelten. Die gesetzliche Rente bleibt für Weiß „die stärkste Säule der Altersvorsorge“. Es müsse alles getan werden, um sie leistungsfähig zu halten. Das Rentenniveau dürfe nicht zu tief sinken. Gleichzeitig müsse das System der privaten Vorsorge so verbessert werden, dass jeder am Ende auch etwas davon habe.

Keller gab Weiß in vielen Punkten Recht. Seiner Ansicht nach müssen Familien mit Kindern besonders gestärkt werden. Keller plädierte für eine Kindergrundsicherung. Das jetzige Nebeneinander vieler verschiedener Hilfs- und Unterstützungsangebote sei zu komplex und verwirrend. Neben Kinderarmut sei Altersarmut das große gesellschaftliche Problem. Deshalb habe man gemeinsam mit 30 Partnern in Baden-Württemberg
das Bündnis gegen Altersarmut auf den Weg gebracht. Das beste Mittel seien Erwerbsverhältnisse, die ausreichende Rentenansprüche ermöglichten.
    
Mit Blick auf die kommende Bundestagswahl rief Keller dazu auf, eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern. Den Kräften, die auf Menschenverachtung und Ausgrenzung setzten, müsse entschieden Widerstand entgegengesetzt werden. Die große Stärke in Deutschland sein ein Sozialsystem, das auf Zusammenhalt ausgerichtet sei. Die Bundestagswahl biete die Chance, wählen zu gehen. Weiß würdigte abschließend die Arbeit insbesondere der christlichen Wohlfahrtsverbände. Sie seien unverzichtbar und Garanten des Sozialstaates. „Wir sollten als Staat die Leistung der kirchlichen Wohlfahrtsverbände weiter stärken“, so Weiß. Starke Wohlfahrtsverbände seien ein Schatz, der Deutschland gegenüber anderen Ländern in der Welt auszeichne.

Auch Frank Wellhöner, Dekan in der Region Offenburg, unterstrich die Bedeutung der Diakonie. Die Kirche habe ihr Hilfswerk nicht ohne Grund ins Leben gerufen. Hier werde Menschen in einem Maße geholfen, die unverzichtbar sei. Wellhöner nahm mit anderen kommunalen Vertretern an einer Talkrunde teil, die die spezielle Lage in der Ortenau unter die Lupe nahm. Kirche, so Wellhöner, könne nicht alles tun. Der Kampf ge-gen Armut sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Armut verberge sich. Aus Scham nähmen Menschen ihnen zustehende Leistungen nicht in Anspruch. Die Erfahrung mache er in den Gemeinden immer wieder.


Eine Erfahrung, die auch Juliane Weerenbeck, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Ortenau, bestätigte. Die gute wirtschaftliche Lage in der Ortenau täusche über manches hinweg. Gerade in den ländlichen Regionen gebe es viele Geringbeschäftigte. Weerenbeck kritisierte, dass die Politik insgesamt die Expertise der Diakonie zu wenig nutze. In der Ortenau würde das aber ganz gut funktionieren. Es gäbe hier ein enges und verlässliches Miteinander zum Wohle der Menschen.

Sozialdezernent Georg Benz bestätigte diesen Eindruck. Die Diakonie sei in vieler Hinsicht ein verlässlicher Partner. Benz bestätigte aber auch die Existenz von Armut. Alte Menschen, Kinder oder Menschen mit Migrationshintergrund seien da zu nennen. Der Landkreis unternehme viel und investiere hohe Summen, um Armut zu begegnen. Aber auf Landes- und Bundesebene vermisse er manchmal die nötige Unterstützung. Auf die Frage, warum sich bei den Langzeitarbeitslosen seit Jahren kaum etwas tue, sagte Benz,  es gäbe immer weniger „Nischenjobs“. Die Unternehmen suchten qualifiziertes Fachpersonal. Und je älter man werde, desto schwerer werde es, Arbeit zu finden. Eine Erfahrung, die auch Gertrud Löschmann gemacht hat. Vor 13 Jahren hatte sie einen Schlaganfall, der sie aus der Bahn geworfen hat. Jetzt lebt sie mit ihrem Mann an der Armutsgrenze, übernimmt Aushilfsjobs, die sie auch über das Café Löffel bekommt, einem Angebot der Diakonie in Lahr. Private Vorsorge für das Alter ist für sie unmöglich, sagt sie. Gerecht ist Deutschland für sie nur bedingt. Niemand dürfe Pfandflachen sammeln müssen, weil die staatliche Rente nicht reiche. Und Menschen müssten leichter eine zweite Chance bekommen, wenn ihnen das Leben einmal nicht gut mitgespielt habe.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass nur ein Zusammenwirken der gesellschaftlichen Kräfte wirklich etwas zugunsten der Menschen bewegen könne.

Umrahmt waren die Gesprächsrunden durch ein wirklich vielfältiges Musikprogramm. Singende Hausfrauen und Hip-Hopper wechselten sich ab mit Musikern von „Project One“, einem diakonischen Projekt  in Lahr für junge Menschen mit Migrationshintergrund. Durch das Programm führte der Leiter des Sammlungswesens der Diakonie Baden, Volker Erbacher.  

So hilft die Woche der Diakonie

In ganz Baden gibt es diakonische Beispiele, wie Menschen, die wegen ihres geringen Einkommens ausgegrenzt werden, unterstützt werden.

Bahnhofsmissionen – Seismographen der Not

Hier kann man vorbeikommen, wenn überall sonst niemand mehr da ist. Ob ich eine Übernachtungsmöglichkeit suche, weil ich meine Wohnung verloren habe, eine trockene Jacke brauche, weil die einzige, die ich habe, zerrissen ist, oder einfach jemanden zum Reden, weil mein Leben in Trümmern liegt und ich nicht mehr weiter weiß. Die Bahnhofsmission hilft weiter. Im wörtlichen Sinn, wenn man auf einer Zugreise Unterstützung braucht, oder eben auch auf der manchmal schweren Reise des Lebens. Die Bahnhofsmissionen bieten „Erste Hilfe“ in sozialen Notlagen. Sie fangen auf, geben Halt und vermitteln weitergehende diakonische Hilfsangebote für Senioren, Kinder, Alleinerziehende, Einsame oder Menschen mit finanziellen Problemen. Im letzten Jahr waren in Baden fast 145.000 Menschen froh und dankbar, die Gastfreundschaft und Offenheit der haupt- und ehrenamtlichen Frauen und Männern „“in blau“ zu erfahren und Seele und Leib „aufwärmen“ zu können.  Die „Woche der Diakonie“ sammelt auch in diesem Jahr für die Arbeit der Bahnhofsmissionen in Freiburg, Mannheim Heidelberg und Kehl.

Arbeitslos – nicht aussichtslos

Wenn deine Gesundheit nicht mehr mitmacht. Wenn sie dir sagen, du bist zu alt. Wenn man dir weismachen will: Du bist zu unqualifiziert, um etwas Sinnvolles hinzukriegen. Dann schleicht sich das Gefühl bei dir ein, nicht gebraucht zu werden. Da kann die Statistik lange behaupten, es gäbe nahezu Vollbeschäftigung in Baden-Württemberg. Du selbst bist draußen. Die etwa zwanzig Angebote der Diakonie Baden finden sich nicht damit ab. Sie lassen die Menschen erleben, was es heißt, Sinnvolles zu tun und sein Leben in die Hand zu nehmen. In Weil am Rhein zum Beispiel, lernen langzeitarbeitslose Frauen die Grundlagen einer gesunden Ernährung und bereiten dabei das Frühstück für die Kinder der Grundschule und der umliegenden Kitas zu. So haben beide Seiten etwas von der Initiative. Im DW Laden Sinsheim können benachteiligte Jugendliche in Praktika an die Arbeitswelt herangeführt werden – ja sogar eine Ausbildung als Verkäufer kann hier absolviert werden. Neue Chancen, aus dem Armutskreislauf auszubrechen.

Verwendung der Spendengelder

Die ca. 500.000 Euro, die so zusammenkommen werden folgendermaßen verteilt:

  • 20 Prozent bleiben in der sammelnden Gemeinde für die eigenen diakonischen Aufgaben.
  • 30 Prozent gehen an die regionalen Diakonischen Werke in den Kirchenbezirken.
  • 43 Prozent werden von der Diakonie Baden für konkrete Projekte auf dem Gebiet der Landeskirche vergeben, die besondere Förderung brauchen
  • 7  Prozent werden für das Werbe- und Informationsmaterial rund um die Sammlung benötigt.
  • Für allgemeine Verwaltungs- und Personalkosten wird nichts abgezogen!

Unser Spendenkonto:

Diakonisches Werk Baden

Evangelische Bank eG
IBAN:
DE95520604100000004600
BIC: GENODEF1EK1
Kennwort: "Woche der Diakonie"

Materialien 2017

Für die Gemeindearbeit:

Als Download finden Sie Arbeitshilfe, Gemeindebriefartikel, das Wort des Landesbischofs und das allseits beliebte Bestellformular.

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Ihr Ansprechpartner:

Fundraising

Fundraising/Ökumenische Diakonie

Volker Erbacher
erbacher@diakonie-baden.de