Hartz
IV-Urteil löst Diskussionen über
Finanzierbarkeit unter den Kommunen aus
Landrat Peter Kappes: Kommunen brauchen Mut
zur strukturellen Weiterentwicklung / Diakonie
will als Partner neue Wege entwickeln
Karlsruhe / Bad Herrenalb
(10.2.2010). Als Folge des Hartz IV Urteils
des Bundesverfassungsgerichtes
wird unter den Baden-Württembergischen Kommunen
mehr Diskussion um die Umlagefinanzierung unter
den Kommunen erwartet. Denn die Frage wird sei
woher das Geld kommt, wenn Regelsätze für
Kinder oder Erwachsene erhöht werden sollten.
Vor allem die sogenannten freiwilligen Leistungen,
durch die vor allem die soziale Arbeit finanziert
wird, würden angesichts schrumpfender Finanzen
auf dem Prüfstand stehen. Deshalb fordert
Landrat Peter Kappes aus Karlsruhe eine
Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen freien
und öffentlichen Trägern, um Sozialraum
und Heimat der Menschen in den Kommunen zu erhalten
und zu stärken.
Auch die Diakonie in Baden
und ihre Fachleute der sozialen Arbeit in den
Städten und Landkreisen
sehen sich eher als Partner der öffentlichen
Hand den als Dienstleister und Auftragnehmer. „Die
Diakonie vor Ort kann mit dazu beitragen, dass
sich vor allem auch sozial schwache Familien
an ihrem Wohnort zuhause fühlen,“ so
Kirchenrat Jürgen Rollin, Vorstand im Diakonischen
Werk Baden. Rollin: „Menschen brauchen
nicht nur materielle sondern auch emotionale
Sicherheit.“ Deshalb war ein Thema des
zweitägigen Kongresse Soziale Arbeit, der
heute in Bad Herrenalb zu Ende ging, wie zunehmende Ökonomisierung
und das Thema Heimat zusammen hängen. Die
Diakonie in Baden hat „Heimat“ in
diesem Jahr zu ihrem Schwerpunktthema gewählt.
In der badischen Diakonie sind mehr als 30.000
hautamtlich und ebenso viele ehrenamtlich Mitarbeitende
tätig.
„In den Kommunen fehlt oft der Mut zu
einer strukturellen Weiterentwicklung,“ sagte
Pater Kappes auf dem Kongress selbstkritisch.
Der Karlsruher Landrat forderte die Diakonie
auf, sich stärker innovativ und konzeptionell
in den Kommunen einzubringen. Währenddessen
wiesen die diakonischen Fachleute darauf hin,
wie stark der derzeitige Kostendruck innovative
und notwendige soziale Arbeit belaste und zum
Teil behindere. Dennoch seien sie bereit als
Partner der Kommunen auch unter den derzeitigen
wirtschaftlichen Bedingungen neue Wege zu erproben.
Im Hinblick auf die zukünftige Entwickelung
von Hartz IV und die Lebenssituation der Betroffenen
forderte Kappes mehr trägerübergreifende
Zusammenarbeit und weniger Konkurrenzdenken vor
Ort. Kappes: „Wir sollten nicht auf Initiativen
der Bundes- oder Landesregierung warten sondern
versuchen, vor Ort gemeinsam etwas zu erreichen.“
letzte Aktualisierung
am 16. Februar 2010
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